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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Auf der Schneekoppe

Aufbruchszeit28.December 2004, 09:30
Ankunftszeit28.December 2004, 17:00
KategorieSchneeschuhtour Schneeschuhtour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km12
Höhendifferenz450
Kartenausschnitthier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Die Nacht im Zelt war sehr frostig, vorher habe ich noch nicht bei einer Aussentemperatur von -5 Grad im Schlafsack gelegen. Mit Ausnahme von kalten Füssen habe ich aber sehr angenehm genächtigt, richtig fest geschlafen habe ich allerdings nur für maximal drei Stunden nach 01:00 Uhr, der Rest war Dösen und Hin- und Herwälzerei.
Uwe und Ivonne haben die Nacht in ihren kälteresistenten Schlafsäcken bestens überstanden, lediglich Marcus meinte, er hätte wie sonstwas gefroren und würde demnächst auf das Vergnügen, bei Schneesturm im Zelt zu schlafen, verzichten. :-)
Nachdem alle wach waren, die Zelte abgebaut waren, die gefroreren Lederstiefel durch die Füße wieder aufgetaut waren und der heisse Tee getrunken war, ging es um halb zehn zur zweiten Etappe der Schneekoppetour. Gleich zu Beginn folgte ein ordentlicher Aufstieg, der für die müden und kalten Glieder die erste Herausforderung des Tages bedeutete. Unterhalb des Maly Sisak, einem 1440 Meter hohen Gipfel östlich der Spindlerova Bouda, mussten Uwe und ich uns von Ivonne und Marcus leider trennen. Die beiden kamen mit ihren speziellen Schneeschuhen nicht über die schrägen verharschten Schneehänge und beschlossen daher, umzukehren. Uwe und ich machten uns also zu zweit auf den Weiterweg zur Schneekoppe, was möglich war, weil wir unsere eigene Karte dabei hatten. Was dann bis zur Schneegrube unterhalb der Schneekoppe kommen sollte, werd ich meinen Lebtag nicht mehr vergessen. Bei Sichtweiten unter 50 Meter, teilweise weit darunter, starkem Schneetreiben bei Windstärken von fünf bis sechs und einer Temperatur von -5 Grad war das Vorwärtskommen eine richtige Tortur. Ohne die Stangen, die im Riesengebirge die Skirouten markieren, wäre eine Orientierung nicht möglich gewesen. Alles war nur weiss, kalt und schneidend, hatte ich die Hände länger als zwei Minuten ohne Handschuhe an der Luft, um z.B. die Brille vom Eis zu befreien, musste ich die Hände in den Handschuhen zusammenballen, damit sie sich wieder aufwärmten. Erschwerend kam dazu, dass der Wind meist von rechts blies und man merken konnte, wie das Gesicht regelrecht einfror. Bemerkenswert war, wie viele Skifahrer und Schneeschuhgeher uns begegneten, die meisten mit vereisten Haaren und Augenbrauen.
Die Einkehr in die Baude an der Schneegrube hatte etwas unbeschreiblich schönes. Fühlt sich so ein Schneemann, wenn er auftaut? :-)
Nachdem Uwe und ich uns in der Baude wieder aufgewärmt hatten (ja gut, wir haben uns auch mit Bier wieder abgekühlt :-), ging es hinauf zum Ziel der ganzen Sache, dem Gipfel der Schneekoppe. Hier machten sich die Steighilfen bei meinen Schneeschuhen (TSL 225) richtig bezahlt, es war eine wahre Wonne, den steilen Weg hinaufzusteigen. Selbstverständlich wurde das Wetter nicht besser, oben war derselbe Schneesturm wie unten. Im Prinzip war die ganze Tour wie der Brocken im Harz im tiefsten Winter, nur in der Endlosschleife oder wie ein Sprung in der Platte.
Auf der polnischen Seite der Schneekoppe hielten wir noch einmal Einkehr, um eine polnische Erbsensuppe mit Wurst zu verzehren, ehe wir uns wieder an den Abstieg machten. Unten angekommen schlugen wir den Weg zur Wiesenbaude ein (Lucni Bauda), wo wir übernachteten, in einem richtigen Bett. :-)
Hier erlebten wir übrigens auch die größte Überraschung der gesamten dreitägigen Tour, denn auf einmal kam Ivonne vom Nachbartisch herüber zu uns! Ihre Frage, wo Marcus sei, konnten wir nicht beantworten, worauf wir nur noch verdutzter schauten und die Welt nicht mehr verstanden. Um es kurz zu machen: Ivonne und Marcus hatten sich an dem Punkt, wo wir uns in zwei Zweier-Teams getrennt hatten, verloren, und Ivonne hat den Weg zur Wiesenbaude gefunden, während Marcus zur Spindlerova Bouda zurückgekehrt ist. Alles andere würde an dieser Stelle zu weit führen und wird deshalb hier im Internet ganz bestimmt nicht erzählt.
Verpasse nicht die Fortsetzung dieser Tourbeschreibung und lese den dritten und letzten Teil!!

Bilder zu dieser Tour sind in dieser Galerie zu finden.
Winter-Camping
Winter-Camping
Das polnische Riesengebirge
Das polnische Riesengebirge
Aufstieg zur Schneekoppe
Aufstieg zur Schneekoppe



Letzte Änderung : 26-Sep-2012
Copyright Jens Köhler, Groß Twülpstedt