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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Die Kleine Reibn

Aufbruchszeit18.February 2006, 08:34
Ankunftszeit18.February 2006, 15:32
KategorieSchneeschuhtour Schneeschuhtour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km12
Höhendifferenz1300
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Dieser Tourenbericht handelt von einer der berühmtesten Skitouren der Berchtesgadener Alpen, der Kleinen Reibn, die durch die Gipfelwelt des westlichen Hagengebirges führt. Diese Skitour stellt den kleinen Bruder der Großen Reibn dar, die im Prinzip eine komplette Runde durch den winterlichen Nationalpark Berchtesgaden ist. Aber zurück zur Kleinen Reibn:
In der Nacht hatte ich im Schlafsack liegend registriert, wie die Windböen des draußen toben Schneesturms gegen das Stahl-Haus drückten, und das Gebälk des Hauses vernehmlich knarrte. Dieser Sturm ließ glücklicherweise im weiteren Verlauf der Nacht nach, und am nächsten Morgen zeigten sich die Berchtesgadener Alpen wieder von ihrer allerbesten Seite. Lediglich ein dunkler Wolkenstreifen im Nordwesten zeigte, dass durchaus noch schlechtes Wetter kommen könnte. Ich beschloss zunächst, den Aufstieg zum Schneibstein durchzuführen. Der Weg war mir gut geläufig, und oben wollte ich dann über den weiteren Verlauf der Tour entscheiden. Oben war das Wetter zunächst nicht so gut, Nebel und schneidend kalter Wind machten den Gipfelaufenthalt nicht sehr angenehm. Ich wandte mich daher gegen Süden, um eine windgeschützte Stelle für eine Pause zu suchen, und während ich suchte, besserte sich das Wetter schlagartig, und die Sonne kam wieder heraus. Es bot sich ein gewaltiges Naturschauspiel, als die kurze Wetterstörung durch Sonnenschein aus dem Westen verdrängt wurde und immer mehr Gebirgsmassive in gleißend helles Sonnenlicht getaucht wurden. Von meinem Standpunkt in 2200 Metern Höhe hatte ich natürlich einen guten Überblick. :-)
Nach der Pause war für mich dann klar, dass es bei dem Wetter die Kleine Reibn werden solle. Weiter ging es also in Richtung Windscharte, dem Sommerweg in etwa folgend. Den kleinen Gipfel nördlich der Windscharte habe ich bestiegen, dann ging es in einer fürchterlichen Querung hinunter zur Windscharte. Später habe ich dann gesehen, dass der direkte Abstieg wesentlich besser gewesen wäre.
An der Windscharte angekommen, rüstete ich zunächst technisch auf und befestigte die Extra-Harschmesser an meinen Schneeschuhen. Damit ging's dann auch mit wesentlich besser greifenden Schneeschuhen hinauf auf den Windschartenkopf, wo ich mich in das Gipfelbuch eingetragen habe. Es folgte zunächst ein kurzer Abstieg zum Hochsattel, anschließend ein langer, steiler Abstieg in den Talkessel hinunter, der schließlich zum Seeleinsee überleitet. Ab hier folgte ich der Stangenmarkierung, und bog so vor der Bergwachthütte am Seeleinsee in westliche Richtung ab. Nach einem kurzen Vorgeplänkel in mitteltiefem Pulverschnee kam der Prüfstein der gesamten Tour: Der Aufstieg zum Rossfeld, 200 Höhenmeter durch einen sehr steilen Hang, teilweise stark verharscht. Stellenweise hätte ich mir wirklich einen Eispickel gewünscht, und im schlimmsten und steilsten Teil der Querung unterhalb des Rossfeldes musste ich die Schuhspitzen senkrecht zum Hang in den Schnee hauen und mit seitlichen Schritten sehr mühsam queren. Als dies dann vorbei war, ging es dem Gradienten folgend in ca. 35 Grad Steigung direkt hinauf zu dem Punkt, wo das Rossfeld an die ersten Felsen des Fagsteins heranreicht. Hier war ich wieder in knapp über 2000 Metern Höhe und konnte eine sagenhafte Rundumsicht auf die Berchtesgadener Bergwelt genießen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, bei tollem Wetter eine sehr ausgedehnte Mittagspause zu machen. Anschließend folgte der lange Abstieg (550 Hm) hinab zur Priesberg-Alm. Hier war ich auch noch einige Male am Fluchen, denn wechselnde Schneeverhältnisse (sulzig, verharscht, pulvrig) machten das Vorankommen sehr schwierig. Ich (und vor allem meine Füße) waren sehr froh, als wir ab der Priesberg-Alm auf einem normalen Almfahrweg in das Königsbachtal zurückkehren konnten. Ab hier folgten noch 400 Hm Aufstieg durch das Königsbachtal, hinauf zum Stahl-Haus, die aber nicht weiter erwähnenswert sind. Alles in allem war dies eine landschaftlich unglaublich beeindruckende Wanderung, die allerdings aufgrund des gewählten Fortbewegungsmittels sehr anstrengend war. Von der Anzahl der Höhenmeter her war dies bisher meine anstrengendste Tour mit Schneeschuhen.

Bilder zu dieser Tour sind in dieser Galerie zu finden.
Schneibstein am Morgen
Schneibstein am Morgen
Watzmann mit Wetterfront
Watzmann mit Wetterfront
Hagengebirge im Winter
Hagengebirge im Winter
Blick zum Windschartenkopf
Blick zum Windschartenkopf
Winter im Hagengebirge
Winter im Hagengebirge
Auf dem Windschartenkopf
Auf dem Windschartenkopf



Letzte Änderung : 26-Sep-2012
Copyright Jens Köhler, Groß Twülpstedt