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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Hörndl-Hochgasser-Überschreitung

Aufbruchszeit9.August 2022, 08:17
Ankunftszeit9.August 2022, 15:51
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km9
Höhendifferenz780
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Weitere Einzelheiten zur Tour

Der zweite Tourentag auf der St.Pöltner Hütte versprach uns perfektes Bergwetter, und bei nebelgefülltem Salzachtal im Norden stiegen wir zunächst wieder zum Weinbichl auf und zum Alten Tauern ab. Dort setzte der Steig zum Hörndl an, der zunächst etwas talwärts zum Tauersee führte. Der Weg wird offenbar nur selten begangen, im Gras des Wiesenhangs war der Pfad jedenfalls nur dank der Markierung zu finden. Mit jedem Meter, den wir abstiegen, näherten wir uns den wabernden Wolkenmassen des Tals an, und am Ende ergaben sich fantastische Lichtspiele unterhalb des Hörndls. Irgendwann war der tiefste Punkt erreicht, und es ging steil hinauf zum Hörndl. Der Großvenediger stieg nun über den Wolken unter uns auf und zeigte sich in seiner ganzen Pracht, ein tolles Schauspiel! Nicht mehr lange, und wir standen im letzten Sattel unterhalb des Hörndls. Der markierte Steig machte einen kleinen Schlenker nach Westen, aber Andrea, Felix und ich beschlossen spontan, dem Hörndl über seinen Südgrat aufs Haupt zu steigen. Eine gute Idee, die Wegfindung war leicht, und mit 2 Minuten Vorsprung erreichten wir vor den anderen den Gipfel.
Wir genossen eine Weile die Aussicht, ehe wir auf dem markierten Weg wieder gemeinsam abstiegen. Nun sollte der spannende Teil kommen, der Übergang zum Hochgasser. Hüttenwirt Reinhold hatte ich am Vortage gefragt, wie der Weg zum Hochgasser ausschaute. Entweder hatte er mich falsch verstanden, oder er wusste es nicht besser, denn er sagte mir, man müsse sich immer etwas von der Felskante auf der Grasseite halten, dann wäre der Grat überhaupt gar kein Problem. Seine Beschreibung deckte sich aber irgendwie gar nicht mit der Wirklichkeit: Nach der ersten kleinen Erhebung südlich des Hörndls brach der Kamm steil ab, der Kamm verjüngte sich zu einem deutlichen Gratverlauf mit einigen wirklich interessanten Gratköpfen. Wir versuchten zunächst, einen Umweg über die westliche Flanke zu finden, das war jedoch aussichtslos. Wieder hoch auf den Kamm, und vorsichtig hinunter zum Grat tasten. Das ging dann erstaunlich gut, dennoch war das Jessica, Martin, Jan und Alex zu heikel, sie kehrten um und beschlossen, zum Alten Tauern zurückzuwandern, um von dort auf den Hochgasser per Normalweg zu steigen. So blieben wir also zu fünft auf dem Grat: Ronald, Andrea, Peter, Felix und ich. Und ich muss sagen, es hat richtig Spaß gemacht. Die Wolken hätten nicht unbedingt sein müssen, aber wir konnten alle Gratköpfe geschickt über- oder umklettern. Einmal half uns ein altes Drahtseil, das noch als Rest eines Klettersteigs am Fels befestigt war. Drei Wechtensprenganlagen passierten wir (Schutz der Felbertauernstraße), ehe der unschwierige Nordgrat des Hochgassers begann. Der Fels war übrigens sehr gutmütig, denn der Gneis war hier horizontal geschichtet, es boten sich oft ausreichend Trittmöglichkeiten. So war dann der Hochgasser bald erreicht, der Gipfel allerdings in Wolken, nur ab und zu öffneten sich Sichtfenster, z.B. zum Großglockner. Bald kam Alex als erster auf den Gipfel dazu, er wollte mal maximales Tempo gehen, überall tropfte der Schweiß herunter. Jan, Jessica und Martin trafen ca. 30 Minuten später ein, und wir konnten den zweiten hohen Gipfel des Tages gemeinsam feiern und mit Gipfelschnaps darauf anstoßen. Der Rückweg auf dem Normalweg war nicht weiter wild. Am Alten Tauern trafen wir ein sehr zutrauliches Schaf, das von jedem einmal im Nacken gekrault werden wollte, auch hatte es eine ausgeprägte Vorliebe für Kameraobjektive. Wieder zurück an der Hütte ließen wir den Tag auf der sonnigen Terrasse ausklingen. Mit der heutigen Gipfelhöhe von 2922m war eine gute Grundlage für die morgen geplante Oberwalder Hütte (2970m) geschaffen.


Letzte Änderung : 22-Jul-2022
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