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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Gipfeltour Klockerin

Aufbruchszeit13.August 2022, 07:38
Ankunftszeit13.August 2022, 16:06
KategorieHochtour Hochtour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km14
Höhendifferenz1260
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Nach zwei eher einfach strukturierten Hochtouren (ran ans Eis, über den Gletscher, Gipfel und zurück) wollten wir heute einmal etwas komplexeres ausprobieren. Auf dem Weg zum Groß Wiesbachhorn liegt die Klockerin, mit 3422m auch ein ordentlicher Gipfel. Wir brachen zu unserer üblichen Uhrzeit gegen halb acht auf, erstes Ziel war der Mittlere Bärenkopf, 3358m hoch. Der Schnee, der am Vorabend gefallen war, störte insbesondere mich, denn an meinen Hochtourenstiefeln stollte das Zeug wie narrisch, es bildeten sich Halbkugeln aus hartem Schnee unter dem Vorderfuß, unglaublich praktisch. :-( Vor dem Mittleren Bärenkopf verjüngte sich der Kammweg zu einem überraschend stattlichen Grat, mit der dünnen Schneeauflage schon etwas knifflig. Am Bärenkopf entschied sich Holger, die Wanderung dort zu beenden, irgendwas passte mit der Verdauung nicht. Wir anderen genossen einen Moment die wirklich beeindruckende Aussicht nach Norden zu den nördlichen Kalkalpen, dann mussten wir steil in die Keilscharte absteigen und dabei 200 von den so mühsam erkämpften Höhenmetern einbüßen, Da im Hang viel Schnee lag, zogen wir vorsichtshalber die Steigeisen an, was uns ein Plus an Sicherheit gab. Unten angekommen suchten wir einen geeigneten Punkt, um das Bärenkopfkees zu betreten. Wir bildeten zwei recht große Seilschaften und liefen über den Gletscher zur Grubenscharte. Natürlich mussten wir hierzu erstmal noch tiefer absteigen, bis sogar die Lage der Oberwalder Hütte unterschritten war (1950m!!). Ronald, der die erste Seilschaft führte, schlug nun nach Osten um und gewann schnell die Höhe der Grubenscharte. Seile deponierten wir dort, mit den Steigeisen stiegen wir noch zur Biwakschachtel auf, dort eine längere Pause.
Aber das Ziel war noch nicht ganz erreicht: Zur Klockerin waren es noch ca. 350 Höhenmeter. Der Weg war allerdings überraschend gut, wenn auch teilweise noch mit Schneeresten bedeckt. Jens P. verabschiedete sich, denn er wohlte noch über das Schwaiger-Haus hinab zum Moosboden, um zu seiner Frau nach Piesendorf zurückzugelangen. Leider war uns keine Aussicht vergönnt, und im Nebel stiegen wir etwas unmotiviert zum Gipfel. Als sich der Nebel kurz lockerte, stellten wir fest, dass wir noch gar nicht auf dem Gipfel waren, sondern dass neben dem Felszacken noch eine Firnkugel aufragte. Die bestiegen einige wenige von uns schließlich auch noch, einfach nur aus Prinzip. Dann ging es alles wieder hinunter. Der Weg zur Grubenscharte wurde schöner, je mehr wir auch aus dem Nebel herauskamen, Der Hang war überdeckt von orangen Quarzitbrocken, geologisch offenbar eine interessante Ecke. An der Biwakschachtel, die sich fast alle auch von innen anschauten, nochmal kurze Pause, dann hinunter zum Gletscher, Anseilen, und alles wieder zurück. Der Weg zum Mittleren Bärenkopf zog sich echt unendlich in die Länge. Erst der lange Gegenanstieg auf dem Bärenkopfkees, ganz oben der steile Firnhang vor der Keilscharte, der einfach nicht näher kommen wollte. Dann der Schuttaufstieg von der Keilscharte zum Mittleren Bärenkopf, der uns den letzten Atem kostete. Oben immer noch Nebel. Aber ab dort konnten wir es zur Oberwalder Hütte einfach locker laufen lassen, und am Ende dieses langen Tages hatten wir fast 1300 Höhenmeter geleistet, immer im munteren Wechsel zwischen Auf und Ab. Eine Fortsetzung bis zum Groß Wiesbachhorn wäre noch anstrengender, aber dennoch nicht im Bereich des Unmöglichen! Spannend war übrigens auch, dass die Firnkuppe der Klockerin schon Gletscher war, und direkt oben begannen die ersten Spalten!


Letzte Änderung : 22-Jul-2022
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