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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Biwaktour Werratal, Tag 3: Zielecke-Witzenhausen

Aufbruchszeit26.September 2022, 08:28
Ankunftszeit26.September 2022, 16:30
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km20
Höhendifferenz610
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Weitere Einzelheiten zur Tour

Die Nacht in der Schutzhütte Zielecke war eine der besseren Biwaknächte. Nachdem ich vor dem Schlafengehen noch den restlichen Glühwein nach Erhitzen auf dem Kocher vertilgt hatte, schlief ich sehr gut, nur ab und zu wurde ich durch einen lauten Güterzug im Werratal wach. Am Morgen waren es 7 Grad, aha, schon etwas herbstlicher. Im Osten deutete sich ein schöner Sonnenaufgang an, den ich auch gut fotografieren konnte, doch die Sonne verschwand schnell in höherliegenden Wolkenschichten, die sich über der Hessischen Schweiz unheilvoll zusammenballten. Nun ja, wir frühstückten in Ruhe, ehe wir uns heute mal ungewöhnlich früh um halb neun in Bewegung setzten. Beim ersten Abstieg noch ein paar schöne Aussichten auf Bad Sooden-Allendorf, dann verschwanden wir im Wald. Auf dem nächsten Hügel erreichten wir Kleppschs Baude, eine fast schon feudal anmutende Schutzhütte mit hoher Decke und viel Platz. Hier hätten wir auch biwakieren können, aber nicht so schön wie in der Zielecke! Dann kam ein kleiner Verhauer auf eine Schneise, die sich zu weit vom geplanten Weiterweg entfernte. Das konnte ich aber fix korrigieren, und so erreichten wir das kleine Dörfchen Ahrenberg, wir kamen direkt auf der Terrasse des Berggasthofs Ahrenberg heraus. Eine der Bedienungen war schon am Räumen und erklärte uns, wie wir das Geläden wieder verlassen könnten. Ahrenberg lag schnell hinter uns, und am Ortsende bogen wir links in das wunderschöne Tal des Ahrenbachs ein. Wir sahen, dass vor uns eine Art Farm lag. Zunächst kam ein Bootsanhänger mit Kajaks in Sicht, die mit Hunter Oak Ranch beschriftet waren. Wir wanderten weiter, und vor einem kleinen Bauwagen stand ein Mann, der sich plötzlich freute, hier bei ihm auf der Ranch echte Wanderer mit großen Rucksäcken zu sehen. Der war kaum noch zu bändigen in seinem Redefluss. Direkt unter dem Bauwagen saß ein weiterer Mann mit langen Haaren, in Dreadlocks verflochten, dazu ein filziger Vollbart. Zwei Hunde waren auch dabei, eine kleine Katze war angeleint am Bauwagen. Aus dem Bauwagen kamen dann noch eine junge Frau und ein ca. 12-jähriger Junge, keine Ahnung, wie die da alle reinpassten. Na ja, er käme aus Westfalen, zweimal war er schon auf dem Jakobsweg usw. Na ja, wir plauderten recht lange, irgendwann fing Anette an zu frieren und wollte dann doch weiter. Dem Ahrenbach folgten wir über eine taunasse Wiese. Jetzt fing es doch glatt an zu regnen. Ok, ich dachte, jetzt wäre der schöne Teil des Tages vorbei. Nach dem Ende der nassen Wiese erreichten wir die Passhöhe der Jäger-Eiche, auf einem unglaublich matschigen Weg ging es dann alles wieder bergab zum Riedbach. Diesen furteten wir an einer sinnvollen Stelle, danach ging es durch schöne Obstplantagen mit Herbstzeitlosen ohne große Vorwarnung wieder steil bergauf. Oben bei einer Bank eine kurze Pause. Der Regen hatte sich komplett aufgelöst, und plötzlich hatten wir blauen Himmel, Sonnenschein und Schönwetterwolken: Bestes Wanderwetter!
Es ging nun auf angenehmen Wegen weiter in Richtung Burg Ludwigstein. Vor der Burg wurden die Wege verschlungener und abenteuerlicher. Witzig war, dass hier auch der E6 entlangführt. Nach dem Aufstieg zur Burg suchte ich einen Geocache und fand direkt am Baumstumpf mit dem Cache auch noch einen Schwefelporling, den ich gleich noch erntete und mitnahm. Der Pilz reichte für zwei komplette Mahlzeiten! Die Burg schauten wir uns genauer an, wobei ich es mir nicht nehmen ließ, über das Kaminzimmer den Turm zu besteigen, diesmal aber ohne Rucksack. ;-) Die Burg selbst schien eine Art Schullandheim oder Jugendherberge zu sein, überall sprangen Kinder herum. Nach einer kurzen Pause stiegen wir steil ab zur Werra, jetzt konnten wir dem Werra-Burgen-Stieg folgen, wobei Anette dann irgendwann die Distanzangaben nach Witzenhausen irritierten (Was, noch 8 km!?). Am Wasserspielplatz Öhrchen machten wir nochmal kurze Rast, am Bach konnte ich auch etwas Wasser filtern. Aber wir mussten weiter. Der Zweiburgenblick war erreicht, wir passierten die Kirschplantagen von Wendershausen, dann trennten Anette und ich uns. Ich wollte noch den letzten Berg, den fast 300 hohen Sulzberg, mitnehmen, Anette umging diesen Hügel lieber östlich. Ich konnte vom Sulzberg nochmal einen schönen Rückblick auf das Werratal werfen (Burg Hanstein und Burg Ludwigstein), und zufällig traf ich Anette am Ortseingang von Witzenhausen wieder. Wir fanden vor der Altstadt ein schönes Cafe, wo wir bei Kaffee und Kuchen diese Biwaktour ausklingen ließen. Der Rückweg zum Auto hat sich leider nochmal etwas gezogen.


Letzte Änderung : 22-Jul-2022
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