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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Übergang vom Defreggerhaus zur Badener Hütte

Aufbruchszeit7.August 2025, 07:10
Ankunftszeit7.August 2025, 14:05
KategorieHochtour Hochtour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km8
Höhendifferenz450
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Heute sollte es wieder zurück zur Badener Hütte gehen. An den letzten zwei Hüttenabenden hatte ich mich einerseits mit einem Koblenzer Bergsteiger sowie mit dem Hüttenwirt unterhaltenm um nach Alternativen zum Frosnitztörl oder zumindest zum Gletscherschliff vor der Scharte zu suchen. Das Frosnitztörl wurde am Ende fallengelassen, stattdessen suchten wir den Abstieg über die Kristallwand. Auch der Koblenzer mit seinem Sohn wollte diesen Weg versuchen, allerdings einen Tag früher als wir. Wir stiegen also das dritte Mal in Folge das Mullwitzaderl hinauf, wir stiegen am Abzweig zum Großvenediger über die drei Schneefelder zum Äußeren Mullwitzkees in Richtung des Hohen Zauns auf. Diesmal aber suchten wir einen Weg nach Osten in Richtung des Südfußes der Kristallwand. Zuerst ging es relativ gut voran, das Eis war fast aper. Dann erreichten wir jedoch einen konkaven Bereich des Äußeren Mullwitzkees. Mein Plan, auf gleicher Höhe diese konkave Fläche zu traversieren, endete jäh, als ich mit beiden Beinen in eine relativ breite Gletscherspalte einbrach. Ich hatte zum Glück Schwung nach vorne und kam mit dem Oberkörper jenseits der Spalte im Firn zu liegen. Es gelang mir, mich mit den Armen aufzustützen. Nun musste ich allerdings noch für die anderen sieben einen Übergang über diese Spalte suchen, was nach etwas Sucherei auch gelang. Ich stellte fest, dass wir in einem Verbund von Längsspalten steckten. Übergänge fand ich beim Sondieren nicht, als mussten wir Höhe gewinnen, um auf einen spaltenfreien Rücken zu gelangen. Dort ging es dann gut weiter, und nach wenigen Minuten erreichten wir die Spur der zwei Koblenzer. Wir folgten ihr, einmal konnten wir einen Spalteneinbruch der beiden mit einem Kreuz im Firn als Warnung sehen. Dann war es das aber mit Spalten, dafür wurde der Firn auf dem weiten Plateau westlich der Kristallwand aber tief und weich, so dass wir teilweise wie im Kneippbecken waten mussten, was in der nahenden Mittagshitze echt anstrengend war!
Irgendwann erreichten wir den Felsaufschwung der Kristallwand. Wir machten ein Materialdepot und alle außer Alex erklommen die 3310m hohe Kristallwand. Noch einmal eine sehr schöne Aussicht auf die Gipfel des Venedigermassivs, unter uns ein krasser Gletscherbruch. Wir genossen den Gipfel bei dem schönen Wetter, machten viele Fotos, dann ging es gemütlich wieder zurück zu unseren Rucksäcken. Als wir Alex erreichten, trafen wir drei weitere Bergsteiger, die gerade von der Badener Hütte aufgestiegen waren. Sie hatten schon viel Wegsucherei hinter sich und waren jetzt froh, ihre Gipfeltour über das Mullwitzkees fortzusetzen, trotz extrem sulzigen Schnees.
Tja, nun kam ein steiles Stück, oben eine kleine Spalte im Gletscher, dann viel sulziger Schnee, den wir im Abstieg einfach vor uns herschoben. Das ging besser als gedacht, und nach ca. 15 Minuten erreichten wir das Ende des Gletschers. Ausseilen, alles verstauen, und hinein ins Geröll. In der Ferne war ein Steinmännchen zu sehen. Alex und ich fanden eine gute Spur durch Schutt, Gletscherschliff und Blockgeröll, danach konnten wir schwachen Markierungen hinab zur Kreuzung unter der Kristallwand folgen. Von da hatten wir eine gut sichtbare Spur im Gelände und erreichten die Badener Hütte gutgelaunt und in deutlich kürzerer Zeit als über das Frosnitztörl.


Letzte Änderung : 10-Okt-2025
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