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Auflistung meiner bisher gegangenen TourenEinzelheiten zur Tour Harzer Hexentrail 2025
Weitere Einzelheiten zur TourNach der erfolgreichen Teilnahme am Hexentrail in 2024 haben wir uns auch dieses Mal wieder angemeldet. Die Besetzung des Teams hatte sich leicht geändert, bis Anfang August waren dies Ivonne, Ulrike (schon 2024 dabei), Daniel, Peter G. und Michael H. Anfang August erhielt ich dann die traurige Nachricht, dass Michael bei einer Bergtour in den Allgäuer Alpen tödlich verunglückt ist, was uns Alpinaffen (wir wählten wieder den altbekannten Traditionsnamen) sehr betroffen machte. Nach ein paar Tagen des Überlegens nahmen wir Silke in unser Team auf, so dass wir mit sechs Personen an den Start gehen konnten. Peter und ich übernahmen am Freitagabend die schwere Bürde der Anmeldung mit Abgabe des Haftungsausschlusses, und dann widmeten wir uns der Pasta-Party. Man könnte meinen, jemand im Orga-Team meinte, dass wir beiden zu gut genährt seien, denn wir bekamen zwar eine Schale Nudeln mit Sauce ab, dann waren aber die Nudeln alle, während es noch genug Sauce für mindestens 100 Portionen gab. Ok, dann das Streckenbriefing, das für mich keine großen Neuigkeiten brachte, dann fuhren wir zu meinem Zelt auf dem Campingplatz Eulenburg und gingen sehr früh schlafen, denn...Aufstehen um 04:15 Uhr. War mit dem Schlafengehen um 21 Uhr kein so großes Problem, und um 04:45 Uhr wurden wir von Daniel und Verena abgeholt, zusammen fuhren wir zum Bahnhaltepunkt Osterode-Stadt, wo schon viele andere Teams auf den Zug warteten, der um 5 Uhr einfahren sollte. Tja, und die Deutsche Bahn machte ihrem schlechten Ruf wieder alle Ehre, der Zug kam nicht. Wir warteten und warteten, wir nutzten die Zeit, um die Teilnahmebändchen im Team zu verteilen (Ulrike, Silke und Ivonne waren mit dem Auto direkt aus Braunschweig angereist) und die Startnummern an Rucksäcken oder Kleidung zu befestigen. Plötzlich brauste ein leerer Zug mit Vollgas an uns vorbei, er kam aus Herzberg und fuhr erstmal nach Gittelde, um dort andere wartende Hexentrailer (2 an der Zahl) einzusammeln. Der Osteröder Bürgermeister sagte außerdem, dass es in Walkenried gerade regnete! Das Regenradar bestätigte dies, zeigte aber auch, dass das kleine Regengebiet nach Nordost abzog. Puh, Glück gehabt. Und gegen 05:30 Uhr fuhr der Zug dann mit reichlich Verspätung ein. Während der Fahrt verzehrte ich mein Käsebrot, und gegen 06:10 Uhr waren wir in Walkenried, ich holte den Tracker ab, und dann konnte es tatsächlich losgehen! Um ca. 06:20 Uhr war Startschuss (schade, ohne Countdown), und die ca. 130 Wanderer setzten sich allmählich in Bewegung, erst zaghaft, dann recht schnell mit unglaublichem Tempo (so kannten wir das auch aus dem Vorjahr). An den Höllteichen vorbei ging es auf dem Karstwanderweg auf einem wunderschönen Pfad nach Westen. In den Wiesen und auf den Teichen waberten Nebelschwaden, das war richtig schön. An Zwergenhäuslein und Zwergenkirche ging es zur Stempelstelle Sachsenstein, dann auf einem recht schlüpfrigen Pfad hinunter nach Neuhof. An den Kranichteichen vorbei, wieder auf sehr schönen Pfaden, ging es weiter nach Westen. An zahlreichen Gipssteinbrüchen vorbei ging es nach Tettenborn-Kolonie. Straßenquerung, dann weiter westlich, auf schönen Wegen an weiteren Steinbrüchen vorbei. Kurz vor dem Römerstein bogen wir nach Norden ab, querten die Steina, unterquerten die Schnellstraße der B243, überstiegen eine Schranke vor einem Steinbruch und erreichten dann einen wieder sehr schönen Abstieg des Karstwanderwegs südlich des Steinbruchs. Auf einer Art Damm ging es in eine sehr pittoreske Wiesen-Sträucher-Landschaft, mit einem kleinen Haken querten wir die Helme-Linie (alter Bahndamm der Strecke Herzberg-Nordhausen). Dann wurden die Wege etwas langweiliger, aber mit immerhin schönen Aussichten auf den Harz ging es weiter nach Osterhagen. Im Dorfgemeinschaftshaus der erste Checkpoint, kurze Pause, und nach ca. 10 Minuten ging es schon weiter. Wir durchquerten den erwachenden Ort, ein letztes Mal querten wir die Bahnstrecke, und endlich konnten wir uns dem ersten langen Anstieg des Tages widmen, es ging hinauf zum Eulenstein, vorbei an vielen Obstbäumen, die ordentlich Früchte trugen, vor allem Äpfel und Birnen. Nach dem Schachtberg (425m) weiter zum Arendsberg (460m), dann auf Forststraßen hinunter zum Wiesenbeker Teich. Den Deichdamm querten wir unterhalb, das brachte uns 20 zusätzliche Höhenmeter ein. Ein kurzes Stückchen der alten Hotelstraße entlang, dann rechts, teilweise sehr steil zum Kirchberg hinauf. Unterwegs kamen wir an einer eindrucksvollen Pinge vorbei. Danach Abstieg in die Stadt, über die Hüttenstraße zum Gelände der Königshütte mit ihrem Westernstadt-Charme. Nach der Koldung begann ein weiteres Highlight des diesjährigen Hexentrails: Der schmale Uferpfad am Südrand der Oder. Dieser Abschnitt gehört zum Karstwanderweg und ist sehr abwechslungsreich, links teilweise meterhohe Felsen, rechts die plätschernde Oder. So erreichten wir das westliche Ende von Bad Lauterberg, überquerten die Oder mittels eines Wehrs, liefen etwas durch den Stadtteil Aue und erreichten den zweiten Checkpoint an einer Schule. Hier gab es als Besonderheit Pfefferbeißer, Nachschub von Salzen. Wir futterten und tranken, was das Zeug hielt, dann ging es weiter. Nach dem Vorgeplänkel am Wiesenbeker Teich kamen jetzt bis zur Söse drei sehr lange Anstiege. Der erst war der Aufstieg zum Großen Knollen. Nachdem wir unter der B27 durch waren, ging es auf einen sehr schönen Kammweg, über den wir die aussichtsreichen Wiesen an der Himmelshöhe erreichten. Ab dort Forststraße, teilweise recht steil, hinauf zum Knollenkreuz. Nun ging es auf den immer wieder schönen Hangweg in Richtung Knollen. Kurz vor dem Knollen, die Baude war schon zum Greifen nah, konnten wir keine Mehrheit finden, um eine kurze Pause auf dem Knollengipfel zu machen. Also weiter nach Sieber. Der steile Abstieg auf dem E6 ins Gazemannstal war im oberen Teil sehr schlüpfrig, hier tat sich Daniel sehr schwer, aber nachdem er seine Stöcke ausgepackt hatte, ging es schon besser. Die Pause am dritten Checkpoint am Schießstand Sieber war dann auch hochverdient. Hier gab es leckere belegte Brötchen (Käse, Salami, Schinken) und wieder reichlich Getränke. Die Pause dauerte etwas länger, nach 15 Minuten brachen wir wieder auf. Auf einem schönen Pfad ging es nun entspannt zum Paradies, wir querten die Straße, um auf der anderen Seite den vorletzten langen Aufstieg des Tages anzugehen, die ca. 200 Höhenmeter hinauf zur Langfast bzw. zum Elseblick. Das lief ganz gut, Ulrike gab vorne ein beständiges Tempo vor, der Abstieg nach Sieber (vorbei an der Furunkelbuche) war kein Problem, und dann erfuhren wir, was im Streckenbriefing mit der Überraschung in Lonau gemeint war: Kurz vor der Kirche begrüßten uns Alphornbläser mit einem Ständchen. Das kam gut an. Weitere Lonauer begrüßten uns mit Applaus, wir wechselten ins Mariental, um auf einem absolut unscheinbaren steilen Pfad den Wald östliche des Tals zu erreichen. Auf einer Fahrstraße erreichten wir so bequem das Freibad. Tja, und dann kam der letzte lange Anstieg des heutigen Tages durch das Hackenstieltal hinauf zum Dresselplatz. Im unteren Teil hatten wir Schatten, aber dann kamen wir in einen Bereich, wo der Fichtenwald abgestorben war, und hier brannte die Sonne auf uns nieder. Zum Glück hatten wir heute sehr kühles, aber stabiles Wetter, wirklich ideal für den Harzer Hexentrail. Es war allerdings für die Gruppe mittlerweile ein großes Problem, ein einheitliches Tempo zu gehen, das sollte sich leider bis Osterode auch nicht ändern, und so wanderten wir meist in drei Zweiergruppen raupenähnich die Strecke entlang. Der Kammwanderweg am Acker hatte sich auch dramatisch geändert, mittlerweile hatten sich hier Brombeeren und Waldweidenröschen ausgebreitet. Am Schindelkopf dann der vierte und letzte Checkpoint. Wir wurden mit Glockengebimmel begrüßt und konnten uns nochmal mit Speis und Trank stärken. Nachdem Ulrike ihren Hexenhut aufgesetzt hatte, konnte der lange Abstieg ins Tal beginnen. Ivonne und Ulrike mussten mittlerweile ihre Füße tapen, den anderen ging es aber vergleichsweise gut. So ging es zunächst leicht eben bergab, dann steiler hinunter ins Tal der Eipenke. Dort waren einige geschockt von der kleinen Zwischensteigung, um zum Sösestausee zu gelangen. Nach 25-30 Höhenmetern war das aber schon vorbei. Mittlerweile wollten wir eigentlich nur noch fertig werden, wir hatten jetzt ca. 54km in den Beinen. Wir schafften es irgendwie, aber der Fußgängerampel an der B241 lieferten wir uns ein starkes Rennen mit Team 34, und nach ca. 12 Stunden und 54 Minuten erreichten wir das Ziel. Ivonne hatte die Idee, eine Kerze für Michael zu entzünden und ihn auf diese Weise durch das Ziel zu tragen, eine sehr schöne Geste. Und so war der Hexentrail 2025 geschafft. Leider fuhren alle danach wieder nach Hause, so dass nur noch Peter und ich den Ausklang auf dem Zeltplatz hatten. Das war aber nicht so schlimm, wir hatten einen würdigen Tourenabschluss mit tschechischen Knoblauch-Chips, leckerem Bier und etwas Erdnüssen. Danke an das ganze Team Alpinaffen, das war eine super Leistung, und vielen Dank an das Orga-Team des Hexentrails für die sehr gelungene Streckenauswahl, die deutlich schöner als im letzten Jahr war.
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