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Eine Wandertour im Südharz - Die Große Luttertalumrahmung

Start- und Zielort: Bad Lauterberg, Parkplatz Kupferrose (nahe Sportplatz)

Wegläge: circa 20 km

Höhenmeter: circa 660 Meter

Kategorie: anspruchsvolle Tageswanderung (ca. vier Stunden reine Gehzeit)

Einkehrmöglichkeiten:
  • Bismarckturm auf dem Kummel-Berg (geöffnet täglich 09:00 bis 20:00 Uhr)
  • Großer Knollen (geöffnet täglich 10:00 bis 17:00, Montag Ruhetag)
  • Waldcafe im Luttertal (Öffnungszeiten nicht bekannt)
Kartenmaterial: Wandern im Westharz, 1:50.000 oder L4328 Bad Lauterberg im Harz, 1:25.000

Vorwort

"Diese Tour wurde von mir erstmal im März 2002 begangen. Damals lagen noch viele Schneereste auf den Wegen und machten ein Vorankommen oft sehr schwierig. Ein weiteres Mal bin ich die Strecke im Spätherbst ohne Schneereste gegangen. Wer den Südharz in seiner kompletten Schönheit erfahren möchte, sollte diesen Weg im Herbst gehen, wenn sich der Buchenwald verfärbt hat. Es dürfte ein unvergessliches Erlebnis werden.
Teilweise bedarf der Weg eines guten Orientierungssinns. Ich übernehme keine Haftung für Fehler in dieser Wegbeschreibung! Allen, die sich von solchen Worten nicht abschrecken lassen, wünsche ich angenehme Wanderstunden auf der Großen Luttertalumrahmung!"

Jens Köhler, Dezember 2002
Die Bezeichnung "Luttertalumrahmung" hat ihren Ursprung in dem Tal, das von Bad Lauterberg aus in nördliche Richtung strebt und sich am Standort der alten Kupferhütte in die Täler der Geraden (westlich) und der Krummen Lutter (östlich) aufteilt. Diese Wanderung umrundet diese beiden Täler komplett fast durchgehend auf der Kammlinie der begrenzenden Bergrücken.
Die Wanderung gliedert sich grob in fünf Abschnitte:
  1. Sehr steiler Aufstieg zum Kummel-Berg
  2. Mäßig steiler Aufstieg zum Dicken Forstmeister (Alter Ahorn mit Unterstandshütte), weiter in wechselnder Steigung auf dem Kamm entlang zu den Koboltstaler Köpfen
  3. Überquerung der Aschentalshalbe zum Sieber-Pass
  4. Höhenweg vom Sieber-Pass über den Großen Knollen zum Knollenkreuz
  5. Steiler Abstieg über den Heibeeks-Sattel zum Parkplatz Kupferrose
Der zweite Abschnitt geht zum Teil durch wegloses Gelände. Der Weg ist auf dem Kamm entsprechend schwer zu finden, daher ist die Wanderung im Spätsommer für Wegunerfahrene nicht zu empfehlen (auch wegen Brennesseln und Zecken), es sei denn, man weicht auf den östlich gelegenen Forstweg aus.

Die nun folgende detaillierte Wegbeschreibung orientiert sich an der topographischen Karte L4328 im Maßstab 1:25.000.

Gegenüber der Brücke, die zu den Sportanlagen des Bad Lauterbergers Fussballclubs führt, beginnt der Kohschießenwech, eine Straße, die zur Einsattelung zwischen Hausberg und Kummel-Berg mäßig steil hinaufführt. Oben angelangt biegt man links in den Weg zum Naturfreundehaus ein. An ihm geht man rechts vorbei und gelangt auf eine Lichtung, wo der von nun an steile Weg zum 536 Meter hohen Kummel-Berg und zum Bismarck-Turm hinaufzieht. Man hat hier die Auswahl zwischen einer Schneise (links) oder dem Wanderweg (rechts). Nach diesem sehr anstrengenden Aufstieg hat man sich eine Pause verdient, und wer möchte, kann auch in die sehr gemütliche Blockhütte am Bismarck-Turm einkehren (ich empfehle den hausgemachten Apfelkuchen!). Wenn man Glück hat, bekommt man hier Waschbären zu sehen. Der Blick reicht nach Bad Lauterberg und zum Eichsfeld hinüber. Bei gutem Wetter kann man die Kalihalde von Bleicherode sehen.

Der Weg führt nun weiter zwischen der Blockhütte und dem Turm hindurch wieder ein gutes Stück bergab. Nach ca. 100 Metern macht der Wanderweg eine scharfe Linkskurve; hier nicht geradeaus weiter gehen!
Nach dem Abstieg auf dem schmalen Fahrweg gelangt man auf eine breite Forststraße, die man einige Meter nach rechts verfolgt, bis man auf einen kleinen Platz mit Bänken gelangt. Hier zweigt nun schräg links der schmale Wanderweg ab, der den Wanderer bis zum Dicken Forstmeister führt. (Wegtafel!) Auf der Karte "Wandern im Westharz" ist hier mitten im scheinbar weglosen Wald eine Schutzhütte eingezeichnet, dies soll das Ziel der nächsten knappen Wanderstunde sein.

Bis zur Schutzhütte sollte der Weg problemlos zu finden sein, er hält sich zunächst links des Kammes, später unmittelbar auf dem Bergkamm und zieht Richtung Norden.

Nach dem Erreichen des Dicken Forstmeisters, eines alten, von zahlreichen Blitzeinschlägen gezeichneten Bergahorns, der sich aber nicht unterkriegen lässt, ist sicherlich wieder eine Pause verdient.

Nach dem Dicken Forstmeister folgt der interessanteste, aber auch schwierigste Teil der Luttertalumrahmung. Der Weg nach der Schutzhütte wird immer schmaler und tritt wieder in den Wald ein. Nach einer leichten Rechtskurve geht es leicht bergab, aber nur, damit danach ein weiterer Hügel steil bestiegen werden kann. Sodann geht es steil bergab, und man gelangt auf eine langgezogene Lichtung. An ihrem rechten Rand entlang geht es geradeaus weiter und auf einer alten, selten benutzten Schneise wieder in den Wald.

(Wer bequeme Wege bevorzugt, sollte hier die Lichtung nach rechts verlassen und den Hang hinabsteigen bis zu einem Forstweg. Auf ihm links gehend gelangt man zur Kreuzung, wo man mit dem schwer zu findenden Weg wieder zusammentrifft.)

Wichtig ist nun, dass man sich an der Kammlinie orientiert. Teilweise muss hohes Geäst überstiegen oder umgangen werden, also vorsichtig sein!
Nach der Lichtung kommt ein kleiner Hügel, der überschritten werden muss. Danach kommt eine Einsattelung, und danach ein weiterer Hügel. Dieser Hügel ist im Hochsommer nicht einfach zu erreichen, da der Weg zugewuchert ist.
Auf dem Hügel macht der Weg einen leichten Linksknick und geht im leichten Zickzack hinab zur nächsten Einschartung des Bergkammes hinab, wo eine breite Forststraße auf uns wartet. Das anspruchsvollste Stück, das sehr viel Orientierungssinn erfordert, ist jetzt beendet. Dafür kommen auf den folgenden Metern bei gutem Wetter einige der schönsten Aussichtspunkte des Südharzes!

Auf der großen Kreuzung ist nun der Weg zu wählen, der wieder steil hinauf zum nächsten Hügel des Bergkammes hinaufzieht. Bald wird der Wald lichter, und nach links eröffnen sich tiefe Einblicke in das Tal der Krummen Lutter und auf die dahinterliegenden Berge. Es sind auch die Halden der Grube Wolkenhügel zu sehen. Sie gehören zum letzten in Ausbeute stehenden Bergwerk des Harzes. Der Bergbau wird hier vermutlich noch bis 2010 anhalten, dann wird mit der Erschöpfung der Schwerspatlager gerechnet.

Weiter führt der Weg geradeaus nach Norden in Richtung der Koboltstaler Köpfe. Auf einer weiteren Lichtung mit auffallendem Fels, der aus dem Boden ragt, ist darauf zu achten, den steil aufwärts führenden Weg zu wählen und nicht den ebenen Weg, der schräg links dem Hangverlauf folgt. Letzter endet nämlich in einer Sackgasse (aber mit schöner Aussicht).

Vor Erreichen der Koboltstaler Köpfe wechselt man von der Schneise, die gerade im Frühjahr nach der Schneeschmelze sehr matschig sein kann, auf einen breiten Forstweg in Richtung Nordwest. Dieser Weg ist der Schneise vorzuziehen, die geradeaus zu den Koboltstaler Köpfen durch dichten Fichtenwald führt. Nach zahlreichen Kurven auf der Forststraße geht es nach ca. 800 Metern rechts hinab. Hier trifft man nun auf den "normalen" Wanderweg, der vom Parkplatz Sieberberg zum Großen Knollen führt. Diesem Weg folgt man nun über die Aschentalshalbe hinweg bis zum Großen Knollen. Es stehen hier viele Schilder, der Weg ist sehr leicht zu finden. Einzig der Beginn der Aschentalshalbe ist leicht zu übersehen, der Wegweiser ist hinter einem Baumstumpf angebracht.

Die Aschentalshalbe verläuft fast ausschließlich durch dunklen Fichtenwald, doch gegen Ende überquert man eine wunderschöne Lichtung. Bei schönem Wetter sollte man hier unbedingt Pause machen und das Panorama genießen.

Nachdem der steile Abstieg von der Aschentalshalbe geschafft ist und die Köte am Sieberpass erreicht ist, führt der Weg weiter zum Großen Knollen, dem letzten schweren Anstieg der Luttertalumrahmung. Vom Sieberpass auf 550 Metern Höhe muss man noch einmal hinauf auf 687 Meter. Wer jetzt schon spät dran ist, sollte sich sputen, weil die Gaststätte um 17:00 Uhr schließt.

Der beste Ausblick auf dem Knollengipfel offenbart sich, wenn man links der Bänke die kleine Böschung absteigt und nach links unter die Baude geht. Hier breitet sich der gesamte Südharz vor dem Auge des Betrachters aus. Ganz im Osten lässt sich Hohegeiß ausmachen, dann kommen Stöberhai und Ravensberg. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis zum Großen Inselsberg im Thüringer Wald!

Nach der wohlverdienten Pause kann der Abstieg in Richtung Bad Lauterberg beginnen. Dazu wird zunächst der Fahrweg zurückgegangen, bis zur ersten sehr scharfen Linkskurve. Ein kleiner Steig führt hier geradeaus weiter. (Europäischer Fernwanderweg E6) Nach einem kleinen steilen Abstieg (Vorsicht bei Nässe!) gelangt man an eine Kreuzung. Der normale Weg führt geradeaus weiter, doch wer immer noch nicht genug von fantastischen Aussichtspunkten hat, der sollte schräg links zum Hübichentalskopf aufsteigen. Dieser fast baumfreie Gipfel offenbart einen einmaligen Blick hinüber zum Großen Knollen, über den Südharz und über das Eichsfeld.

Der bezeichnete Wanderweg lässt sich von hier oben leicht wieder erreichen. Bis zum Knollenkreuz bleibt der Wanderer auf einem schmalen Hangweg, der immer wieder Tiefblicke in das Tal der Gerade Lutter gewährt. Am Knollenkreuz bietet sich nun wieder die Möglichkeit, in einer Köte zu rasten.

Das Knollenkreuz wird geradewegs überquert, und nach einer kurzen ebenen Strecke geht der Weg nun wieder steiler bergab bis zu einer lichten Stelle mit einem Hochspannungsmasten. Wer es bequem mag, geht nun links hinab in Richtung Forsthaus Kupferhütte. Nach einigen Wegwindungen erreicht man das Luttertal an der Stelle, wo sich Krumme und Gerade Lutter vereinigen. Von hier sollte man den sogenannten Felsenweg zur Augenquelle wählen. Dieser Weg ist ein herrlicher Ausklang der Luttertalumrahmung.

Die angehenden Indiana Jones' und anderen Abenteurer wählen am Hochspannungsmasten aber die Schneise, welche durch die beiden Heibeeksköpfe hindurch führt. Dazu muss nach der Lichtung kurz aufgestiegen werden, dann geht der Weg rechts am Großen Heibeekskopf vorbei zunächst eben entlang. Es folgt eine Rechts-Links-Kurvenkombination, nach der der Weg jäh in die Tiefe strebt, dem Sportplatz entgegen. Nach Erreichen eines breiten Forstweges muss dieser ein kleines Stück nach links verfolgt werden, bis rechts der kleine Pfad zum Sportplatz abzweigt. Man kommt vorbei am alten Schacht der Grube Kupferrose, eine Tafel weist hier auf die Bergbautätigkeiten in Bad Lauterberg hin.
An der Augenquelle angelangt (egal über welchen Weg) kann es bestimmt nicht schaden, die malträtierten Füße in das Kneippbecken zum Abkühlen zu stecken.

Nun ist nur noch der kurze Weg bis zur Straße zu schaffen, dann ist sie vorbei, die "Große Luttertalumrahmung" !!

In dieser Tabelle sind meine Zeiten festgehalten, die ich am 16. April für diese Strecke benötigt habe:
Kilometer [km] Ortsbezeichnung Höhe [m] Uhrzeit [hh:mm] Bemerkungen
0Sportplatz30510:24Start
0,7Sattel Naturfreundehaus33010:30
2,8Bismarck-Turm53610:4748 Minuten Pause
7,2Dicker Forstmann60112:1111 Minuten Pause
8,0Wegkreuzung56512:34
8,4Aussichtsfelsen59012:40
11,2Gödeckenplatz60313:03
14,0Aussichtspunkt Aschentalshalbe67013:3218 Minuten Pause
14,7Sieber-Pass57013:58
16,2Großer Knollen68714:14Eine Stunde Pause
19,2Knollenkreuz47015:46
21,4Waldcafe33016:04
22,2Sportplatz30516:12Ziel erreicht!
Abschließend sollen hier noch einige Bilder die Schönheiten der Luttertalumrahmung aufzeigen:
Dicker Forstmann
Felsen zwischen Dickem Forstmann und Koboltstaler Köpfen
Herbstliche Buchen am Knollen
Der Dicke Forstmann ist ein alter Ahorn, der auf diesem Foto zwar noch sehr intakt aussieht, aber von der anderen Seite betrachtet eher eine Atrappe aus einem Film ist. Dieser Platz liegt mitten im Nirgendwo auf dem Bergrücken zwischen Kummel-Berg und den Koboltstaler Köpfen. Nördlich dieser Stelle beginnt der Wildnisteil der Luttertalumrahmung. Diese Aufnahme aus dem Februar 2003 zeigt eine der besten Aussichtsstellen auf das Tal der Krummen Lutter. Ein weiterer Panoramapunkt findet sich, wenn man den Weg unterhalb des Felsens ein Stück nach links verfolgt. Dieser Weg endet allerdings in einer Sackgasse, man muss danach zu dieser Stelle zurückkehren. Ein Foto, das zwischen Sieber-Pass und dem Großen Knollen aufgenommen wurde. Eine guter Grund, diese Wanderung im Herbst zu unternehmen!
Herbstliche Buchen am Knollen
Großer Knollen vom Hübichentalskopf aufgenommen
Blick zum Forsthaus Kupferhütte
Eine weitere Herbstaufnahme in der Nähe des Sieber-Passes. Rechts im Hintergrund ist schon der Aussichtsturm des Knollens zu erahnen. Neben dem Großen Knollen bietet der wiesenbestandene Südwesthang des Hübichentalskopfes eine fantastische Aussicht über den Südharz. Auch der Rückblick zum Gipfel des Großen Knollens ist sehr reizvoll, sogar im blassen Spätwinter. Kurz vor dem Ende der Großen Luttertalumrahmung steht man circa zehn Minuten nach dem Knollenkreuz vor der Wahl, den unwegsamen Weg durch die Heibeeksköpfe hindurch oder den Wanderweg zum Forsthaus Kupferhütte und zum Waldcafe zu wählen. Dieses Foto zeigt das Tal, das zum Forsthaus hin abfällt. In den steilen Serpentinen des Wanderweges kann man den abgeworfenen Kupferroser Kunstgrabens erkennen.

Letzte Änderung : 26-Dez-2016
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1