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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Hagengebirge auf einsamen Wegen

Aufbruchszeit11.October 2008, 08:22
Ankunftszeit11.October 2008, 17:25
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km12
Höhendifferenz855
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Es gibt Wanderungen, von denen man in seinem weiteren Leben immer wieder zehren kann, wenn man zum Beispiel bei Herbstregen in der Wohnung sitzt oder gerade trübsinnig ist. Diese Wanderung zählt zweifelsohne dazu. Nach einer viel zu kurzen (und zu lauten) Nacht (danke an den Schnarcher!) gab es auf der Gotzen-Alm ein reichhaltiges Frühstück mit Marmelade, Wurst und Käse. Über Nacht hatten sich die letzten Wolken verzogen, und draußen wartete ein wolkenfreier, herrlicher Morgen auf uns. Die Zeit, die ich mit Anziehen und Packen noch verbrachte, nutzte Ika, um auf dem Feuerpalfen balzende Birkhähne zu fotografieren. Ich musste dann leider durch deren Revier laufen und die Hähne aufscheuchen, um von der Kante des Feuerpalfens den Tiefblick auf den Berchtesgadener Talkessel zu fotografieren. Das Tal war mit Nebel gefüllt, und zentral ragte der Untersberg heraus.
Dann hieß es jedoch Abschied nehmen von der aussichtsreichen Gotzen-Alm, denn es ging über die Regen-Alm durch den wunderschönen Bergwald hinüber in das Landtal. Hier mussten wir ein klein wenig absteigen, dann zeigte uns ein Steinmann den Abzweig des Eisenpfades an. Der Weg war gut zu finden, und auch der Einstieg in die Wand ging problemlos. Der Eisenpfad zieht im unteren Teil durch die felsigen Schrofen, weiter oben wechselt er in einen schütteren, sehr hübschen Lärchenhang. Wir entschlossen uns oberhalb des Loskopfs, vom Eisenpfad abzuweigen und über ein Schuttfeld zum Rand des Hochsäuls aufzusteigen. Hier fanden wir schnell die im AV-Führer beschriebene Verwerfungshöhle mit den zwei Ausgängen. Ich habe mir die Höhle natürlich angesehen, fand aber nichts besonderes vor. Die Höhle war sehr steil und bot keine angenehmen ebenen Plätze, um beispielsweise einen Gewitterregen abzuwarten.
Nach dieser Höhle folgten wir etwas dem Wandverlauf, ehe der Hang etwas sanfter wurde und wir uns entschlossen, weglos durch Schrofen und Latschen zum Vorgipfel des Hochsäuls aufzusteigen. Wir haben hierbei den bedaubten Anstieg nur knapp verfehlt, wahrscheinlich war es deshalb so schwieri...äh..interessant/herausfordernd!
Jetzt begann der aussichtsreiche Teil. Über einen sanft geneigten Grasrücken stiegen wir zum eigentlichen Gipfel des Hochsäuls auf und trugen uns dort ins Gipfelbuch ein. Die Aussicht war sehr schön, und wir konnten sehen, wo wir uns die nächsten drei Stunden durch das Hochgebirge bewegen sollten. Das Gelände wurde nach Verlassen des Hochsäuls schnell sehr verwickelt: Latschen, Schrofen und blanke Karren wechselten sich in komplexer Weise ab, die Topographie war komplex gegliedert durch Buckel, Mulden und Rinnen: Hagengebirge as Hagengebirge can :-)
Wir arbeiteten uns am Rande des Schossenkopfs nach Osten durch und verloren erstmal für 15 Minuten den bedaubten Weg. Interessant wurde die Querung der Laubseeleingasse. Diese Gasse verbindet das Tal des Laubseeleins mit dem eigentlich Hauptplateau des Hagengebirges. Bei der Querung mussten wir steil Karren abklettern und auf der anderen Seite wieder hinauf. Da wir uns nun in einer leichten Nordflanke befanden, nahmen die Schneefelder immer mehr zu, je näher wir den Hochfeldköpfen kamen. Doch verlaufen haben wir uns nicht mehr. Wenn vier Augen nach Steinmännern suchen, sinkt die Verhauergefahr rapide! :-)
Der Latschen-Karren-Schnee-Mix endete bei Erreichen der Hochfeldköpfe, nun wurde die Landschaft wieder durch alpine Wiesen geprägt. Wir stiegen den langgezogenen Grashang nach Westen ab, mit fantastischen Tiefblicken auf die Röth, das südliche Steinerne Meer, Hundstod, Hochkalter, Watzmann und Obersee! Ganz am Ende des Grasrückens gab es noch einen letzten Gipfelaufschwung zum wirklich niedlichen Hanauerlaub-Köpfl. Hier konnte man ganz hervorragend in das Oberseebecken hinabblicken, an dessen rechtem Rand der rotverfärbte Buchenwald meinen Blick ganz besonders fesselte.
Letzter Gipfel an diesem Tag war dann das Hanauerlaub selbst. Ohne eine Pause zu machen, überschritten wir die Graskuppe, um auf der anderen Seite zunächst über Wiesen, dann durch Lärchenwald in die Schreck abzusteigen. Hier ließ mich Ika erstmal den Weg suchen, bis ich mich an einer Stelle so massiv falsch entschied, dass sie eingreifen musste. Es war allerdings auch schwer, darauf zu kommen, dem Felshang zur rechten bergauf zu folgen, anstatt weiter im Lärchenwald abzusteigen. Dies musste aber sein, da der Lärchenwald talseitig mit massiven Kalkplatten, wie ich sie zum Beispiel schon am Plattenweg am Steinberg kennenlernen durfte, abrupt endete und für Wanderer eine Sackgasse darstellt. Wir stiegen dann durch die Schreck zur Unteren Röth-Alm ab. Der Bach, der vor der Almwiese den schmalen Weg kreuzte, bot noch einmal willkommene Erfrischung. Es folgte dann noch ein kurzer Abstieg zum Wanderweg 416, der uns dann sehr bequem durch den märchenhaften Wald der Röth zur Wasser-Alm brachte.
Auf der Wasser-Alm gab es dann noch eine Überraschung, denn hier traf ich Gerd, den Wanderkumpel von Erich aus Hessen, mit dem ich ja im Juli auf dem Großen Teufelshorn war. Gerd wollte am nächsten Tag die Teufelshörner überschreiten, ich hoffe sehr, dass er es geschafft hat. Wie es sich auf der Wasser-Alm gehört, wurde die Hüttenruhe bis zuletzt ausgereizt. Draußen vor der Hütte waren viele Hüttengäste und lauschten dem Röhren der Hirsche, das ständig durch den Wald hallte.

Bilder zu dieser Tour sind in dieser Galerie zu finden.
Hundstod am Morgen...
Hundstod am Morgen...
Schlafende Hexe im Nebelmeer
Schlafende Hexe im Nebelmeer
Verlauf des Eisenpfads
Verlauf des Eisenpfads
Bring me Edelweiß!
Bring me Edelweiß!
Ika auf dem Eisenpfad
Ika auf dem Eisenpfad
In der Verwerfungshöhle
In der Verwerfungshöhle
Kurz vor dem Hochsäul
Kurz vor dem Hochsäul
Hanauerlaubköpfl
Hanauerlaubköpfl
Blick zum Laubseelein
Blick zum Laubseelein
Blick auf den Weiterweg
Blick auf den Weiterweg
Abstieg in die Laubseeleingasse
Abstieg in die Laubseeleingasse
Unterm Laubseelein
Unterm Laubseelein
Blick in die Schreck
Blick in die Schreck
Am Hanauerlaubköpfl
Am Hanauerlaubköpfl
Herbstfarben
Herbstfarben
Hochsäul und Hanauerlaubköpfl
Hochsäul und Hanauerlaubköpfl
Fransenenzian
Fransenenzian
Oh Schreck!
Oh Schreck!
Nachts auf der Wasser-Alm
Nachts auf der Wasser-Alm



Ika merkte am 17.10.2008 um 22:12 Uhr an:
Wow
Hey Jens, so schnell und so ausführlich :-)

Letzte Änderung : 26-Sep-2012
Copyright Jens Köhler, Groß Twülpstedt