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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Biwakwanderung Hauptteil

Aufbruchszeit17.April 2021, 08:30
Ankunftszeit17.April 2021, 16:35
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km27
Höhendifferenz800
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Nach einer relativ angenehmen Nacht (gegen 21:00 Uhr habe ich sogar noch kurz bei Freunden in einen Videochat reingeschaut) beschloss ich schweren Herzens, den warmen Schlafsack um halb acht zu verlassen. Beim Frühstück leistete mir Dauni gute Dienste und hielt mich wach. In der Nacht hatte es sich bis auf den Gefrierpunkt abgekühlt, und mit dem Nordostwind war es gefühlt noch um einiges kälter. Etwas Müsli, einen Kaffee und einen Tee später raffte ich meine sieben Sachen zusammen und brach auf.
Zunächst steuerte ich den Jagdkopf an, den westlichen Gipfel des Stöberhai-Plateaus. Noch 2-3 Jahre warten, dann dürften hier alle Fichten umgefallen sein, und der Südharz hat einen grandiosen Aussichtspunkt mehr! Nachdem ich schon einmal den Abstieg zur Herzbeeks-Ecke ausprobiert hatte, wollte ich dieses Mal in das Herzbeekstal absteigen (ich nahme mal an, dass der Name passt). Dazu ging es vom Jagdkopf direkt nach Südwest hinunter, sehr sehr steil. Zwei Forststraßen mit der steilen Böschung wurden passiert, dann erreichte ich den Talgrund der Herzbeek. Der Kaffee zeigte nun auch Wirkung, und nachdem das erledigt war, ging es wesentlich entspannter hinunter zum Stauseerandweg. ;-)
Ein regelrechtes Wunder war es, als beim Erreichen des Stausees die Wolken aufrissen und sogar etwas Sonne durchkam! So konnte ich die Berge rund um den Stausee etwas leuchten sehen. Gut gelaunt ging es weiter zur Staumauer. Im Oderhangwald sah ich links oberhalb zwei Rehe, die sich sogar fotografieren ließen, kurz darauf hörte ich eine Art Glucksen über mir und konnte dann zwei Eichhörnchen beim Turnen durchs Geäst beobachten. Bei Erreichen des Ortsteils Dietrichstals ging es ab dem Flößwehr an der Oder entlang, kurz darauf per Brücke über dieselbe und dann über die Bundesstraße 27. Zerrissenes Flatterband und ein Zettel zeigten an, dass der Wannderweg über die Ostfriesenklippe wegen Holzschlags gesperrt sei. Na ja, es wird schon irgendwie gehen, und auf einer Länge von 200 Meter konnte ich auf einer Schneise, wo etwas Geäst herumlag, die Kante zur Ostfriesenklippe gewinnen. Ab dort war aber alles wieder gut gehbar, wobei schon auffiel, dass der Weg nicht mehr so oft begangen wurde.
Ich erreichte die Kreuzung am neuen Funkumsetzer. Hauptweg überquert, und steil die Schneise nach links bergan. An dem Punkt, wo die Schneise wieder bergab führt, rechts ins weglose Gelände, wobei der Ausstieg über die gefräste Bodenkante nicht trivial war. Dann über einen erschreckend trockenen Buchenwaldhang. Hier fiel mir auf, was die letzten zwei trockenen Sommer auch am Buchenwald für Schäden angerichtet haben! Der Boden war übersät von abgebrochener Buchenrinde, der Boden zeigte kaum Spuren von Frühlingsgrün, und meine Bergstiefel wirbelten fast schon Staub auf. Das wird hier in den nächsten Jahren fürchterlich!! Nach ca. 50 Metern erreichte ich die nächste Horizontalschneise. Diese folgte ich nach links. Mit dem Kartografieren hatte ich hier schon einmal angefangen, heute wollte ich den weiteren Verlauf der Schneise erkunden. Die ersten 400 Meter ging es horizontal durch einen nun schon wieder halbwegs gesunden Buchenwald, dann fiel die Schneise jäh bergab in Richtung eines tief eingeschnittenen Tals (später bei der Mittagspause dazu mehr). Viele der hart erkämpften Höhenmeter verlor ich so, der Boden war übersät von frisch gekeimten Ahornbäumchen. Am Bach angekommen trank ich erst einmal einen kleinen Schluck, dann ging es nach der Bachquerung ziemlich steil wieder hinauf, zum Wanderweg, der vom Weinbergsattel zum Bismarck-Turm emporzieht. Diesem Weg folgte ich ganz kurz, nahm aber noch die kleine Kuppe weglos mit. Dann hinunter zum leer stehenden Naturfreundehaus (ein Jammer!), etwas der Straße bergab folgend, und rechts hinein auf den schmalen Pfad durch den Osthang des Hausbergs. Am letzten Haus linste ich in eine farbenfroh bemalte Weinlaube hinein. Drinnen stand ein Monitor, sah fast so aus, als hätte sich da jemand ein HomeOffice in schönster Lage gebastelt. Nun ja, den Weinberg umrundete ich, am Ende am Südkamm steil hinunter zum Rewe. Gegen Mittag war dort Hochbetrieb, aber ich bekam leckere Sachen im Markt und beim Bäcker. Den Pudding verzehrte ich direkt auf einer kleinen Bank an der Straßenecke, den Rest packte ich erst einmal ein.
Nach der Einkaufspause folgte etwas Straßenlatscherei. Am der Deutschen Baryt-Industrie vorbei ging es auf das Gelände der Königshütte. Dort fühlte ich mich wie in eine andere Zeit versetzt. Am riesigen Brunnen machte ich ein paar schöne Fotos von dem Gebäude-Ensemble, ehe es nun wieder steil bergauf ging, zum Brockenblick auf dem Butterberg. Diese Ecke kannte ich noch gar nicht, und ich war angenehm überrascht, wie schön es dort war. Oben in der Schutzhütte angekommen machte ich eine verdiente Mittagspause, bestehend aus einem Kürbiskernbrötchen, einer Puddingbrezel und einer Dose Bier. Der Brocken glänzte weiß und winterlich rechts über den Bergen, und der Kummelberg konnte nun in seiner Topografie gut eingesehen werden. Gut zu erkennen der Kessel, der direkt unter dem Bismarck-Turm liegt, und dessen Zentrum ich vor gut einer Stunde durchschritten hatte. Nach der Pause begann nun auch schon der Rückweg, der südwestlichste Punkt der Strecke war erreicht. Zunächst ging es über aussichtsreiche Wiesen in Richtung Mörser, einem bewaldeten Hügel über dem Wiesenbeker Teich. Die Wiesen am Mörser kannte ich schon, und auch diese wurde heute wieder erklommen, allerdings heute Corona-bedingt ohne die anschließende Einkehr in der Dombrowski-Baude. Von daher ging es ab dem Mörser auf Waldschneisen hinunter zu einer Forstwegkreuzung, dort etwas weiter in Richtung Südost, bis ich eine Direttissima-Schneise hinauf zum Hüttenkopf fand. Junge, das war ein krasser Aufstieg!! Auf der Schneise wuchs überall unendlich viel Waldmeister. Oben angekommen ganz kurzes Verschnaufen, der letzte Schluck Wasser aus dem Rucksack getrunken, dann ging es nordwärts in Richtung Hohe Tür. Zunächst war der Kammweg breit und gutmütig, aber je näher ich der Hohen Tür kam, desto schroffer und felsiger wurde es. Ein echt interessanter Pfad, allerdings im Abstieg stellenweise nicht ungefährlich. An der Hohen Tür kurz mal in die Schutzhütte gelinst (ok, hier lässt es sich doch gut biwakieren, Stichwort Baudensteig), dann dem Kammverlauf nach Nordost weiter gefolgt. Hier war ich angenehm überrascht. Der OSM-Weg, der von Hanswürstchen vor einigen Jahren eingetragen wurde, hat dafür gesorgt, dass sich offenbar zwischen den Stempelstellen Hohe Tür und Hassenstein ein guter Trampelpfad ausgebildet hat! So ließ es sich herrlich auf dem Kamm wandern. Kurz vor dem Quietschenkopf erreichte ich eine herrlich aussichtsreiche Wiese. Leider war es zu kalt, um hier eine Pause zu machen, also weiter. Ab Hassenstein etwas Forstweglatscherei bis zur Schutzhütte unter dem Stöberhai. Kurze Verschnaufpause, vier Männer kamen vom Oderstausee her raufgewandert, sertzten sich neben mich auf die Nachbarbank und packten vier Flaschen Bier aus. Ich bot an, von den vieren ein Gruppenfoto vor dem Panoramablick zu machen, und als Dankeschön wurde ich zu einem Bier eingeladen. Ja, das war wirklich sehr nett. Nach einem gemütlichen Plausch verabschiedete ich mich, die vier wollten noch zum Stöberhaigipfel hinauf. Da ich dort heute morgen schon war, ließ ich den Stöberhai links liegen und folgte einem Forstweg in Richtung Wieda. Dort wollte ich weglos ins Tal absteigen, fand aber sogar ein paar hilfreiche Schneisen. Unten angekommen kam ich an einen Platz, wo drei große Bäche zusammenflossen. Hier noch ein paar schöne Fotos von einem munter sprudelnden Bergbach gemacht, es es den letzten Kilometer auf der alten Stöberhaistraße zurück zum Auto ging.


Letzte Änderung : 31-Dez-2020
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