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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Harzer Grenzweg Tag 3: Vom dreieckigen Pfahl zum Jungborn

Aufbruchszeit26.February 2022, 08:30
Ankunftszeit26.February 2022, 15:55
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km23
Höhendifferenz325
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Weitere Einzelheiten zur Tour

Dritter Tag und zweiter Morgen. Schon wieder sehr kalt, diesmal in der Hütte -2 Grad, draußen sicher -4 Grad. Erst ein wenig zusammenpacken, dann sollte es Frühstück geben, Richie freute sich auf eine warme Mahlzeit, ich mich auf einen dampfenden Kaffee. Aber daraus wurde nichts, Richies Kocher ließ sich nicht zünden!! Er probierte ca. 15 Minuten lang alles mögliche, aber ohne Erfolg. Also musste etwas Wärmendes leider entfallen. Richie frühstückte seine Notmandeln, ich hatte ja zumindest meine Haferflockenbombe (pro Tag hatte ich zwei davon dabei, eine zum Frühstück, eine über den Tag verteilt, in Summe ca. 800 Kalorien pro Tag). Ok, also dann Aufbruch. Muss das warme Getränk halt auf dem Brocken folgen. Der Aufstieg dahin war echt toll, wir hatten die Wege überwiegend für uns, und ab und zu arbeitete sich die Sonne durch den Hochnebel und setzte die Winterlandschaft grandios in Szene. Das war schon wirklich großes Kino, so etwas wunderschönes habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Oben auf dem Brocken trafen wir den Ranger Hendrik, mit dem wir kurz plauschten. Er war auch schon bei der umgestürzten Wendeleiche und hatte auf seinem Handy ein beeindruckendes Video des Wasserfalls am Neuen Teich bei Zorge. Kurzes Foto am Brockengipfel, dann kehrten wir beim Brockenwirt im Bahnhof ein. Für mich gab es ein Stück Zwetschgendatschi mit einem heißen Glühwein. Frisch gestärkt und wieder auf normaler Temperatur ging es nun über den Kolonnenweg hinunter zur Rangerstation am Scharfenstein. Und da kamen uns ja einige Verrückte entgegen, so dass wir uns als Biwakwanderer auf dem Harzer Grenzweg fast wie Pauschalreisende vorkamen: Da waren zwei Trailrunner, die mit kurzer Hose und mit dünnem Trikot den Brocken von Norden raufjoggten. Dann trafen wir Christoph kurz vor dem Eisernen Tisch, wobei Christoph jetzt kein Verrückter ist. ;-) Kurzer Plausch, dann weiter. Aber dann, in der Doppelkurve unter der Schutzhütte, drei Radfahrer mit Packtaschen an den Rädern. Kurze Frage, wo sie denn so hinwollten. Jaaa, sie machen einen Zweitagestrip von Hannover nach Berlin, da könne man ja mal den Brocken mit einbauen. Oja! Von der Einmündung des Heinrich-Heine-Wegs in den Kolonnenweg an dürften sie ihre Fahrräder geschoben haben. Ich hoffe, dass sie heile die Abfahrt ins Ilsetal überstanden haben.
Danach kamen uns aber nur noch normale Wanderer entgegen. Am Scharfenstein kurze Pause, der Ranger hatte leider nicht geöffnet, also kein Schmalzbrot heute... Dann am Eckerstausee mit Brocken entlang, über die Staumauer und durch das Eckertal zum Jungborn. Im Eckertal konnte ich endlich mal wieder nach Herzenslust Wasser trinken, ständig kamen kleine Bäche von links oder rechts ins Tal geflossen. An der Ahlsburg suchten wir erfolgreich den Geocache, aber dann mussten wir noch lange talwärts wandern, bis die Füße wirklich platt genug waren. Am Jungborn fanden wir eine schöne Schutzhütte in Nurdachbauweise mit richtig breiten Bänken vor. Herrlich! So, nun aber schnell mit der Kocherwartung beginnen. Wir hatten uns unterwegs natürlich Gedanken über einen Plan B gemacht. In Eckertal bei einem Anwohner Wasser aus dem Wasserkocher erbetteln? Oder doch ein Grubenfeuer ausheben? Es kam dann doch anders. Zunächst hat Richie etwas am Kocher herumgebastelt, eine Dichtung ausgetauscht, aber ohne Erfolg. Am Brenner floss nur Benzin unten raus, das Gemisch ließ sich nicht entzünden. Dann überlegten wir. Hmm, kann es sein, dass der Vergaser abgesoffen war? Wenn er mit Benzin abgesoffen war, dann müsste es doch gehen, das Benzin einfach abzufackeln. Das versuchten wir, und so setzte ich die Brennereinheit in Brand. Als dann aus der Düse oben Flammen rauszüngelten, hatten Richie und ich wohl zeitgleich den Geistesblitz, das Ventil zu öffnen, und juhu!! der Kocher brannte. Wir konnten uns nun eine warme Mahlzeit kochen, für mich gab es noch einen knappen halben Liter heißen Rotwein dazu. So konnten wir uns dann gut gelaunt in die Schlafsäcke kuscheln. Es war die erste Nacht, wo uns kein Niederschlag ins Gesicht peitschte, und niemand von der Bank kullerte. Sehr schön!


Letzte Änderung : 22-Jul-2022
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