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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Stickle Pike und Blacksmith Arms

Aufbruchszeit22.May 2022, 08:06
Ankunftszeit22.May 2022, 17:15
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km21
Höhendifferenz730
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Unsere Fahrer Klaus und Holger haben gestern alles im Linksverkehr gegeben, deswegen war es heute angebracht, eine Wanderung ohne Verwendung von Pkws zu unternehmen. Unsere Vermieterin Claire hat uns als Einkehrtipp das Blacksmiths Arms in Broughton Mills empfohlen. Ich glaube Anette hat über Komoot eine geeignete Wanderung gefunden, die wir dann noch mit zwei Gipfeln ausschmückten. So brachen wir nach dem Frühstück direkt an der Ferienwohnung auf. Es ging zunächst nach Norden zum nächsten Bauernhof. Kleiner Abstieg durch ein Waldstück, und wir erreichten den Kirkby Pool. Viele Gatter, viele Leitern, dann nach Nordost in Richtung Woodland Grove. Unterwegs lief uns ein sehr hippeliger Hund nach, der sich auch durch geschlossene Gatter nicht davon abhalten ließ, uns hinterher zu laufen. Erst in dem wunderschönen Bärlauchwald kurz vor Woodland Grove merkte er wohl, dass er zu weit von zuhause weg war und war plötzlich verschwunden. (Dass Hunde hier frei herumlaufen und sich spontan Wanderern anschließen, sollten wir drei Tage später noch einmal eindrucksvoll erfahren!).
Jetzt ging es steiler eine Hügelkette empor. Wir lernten nun auch, dass die public footpaths nicht immer richtige Wege sind, sondern manchmal auch nur Richtungen über zugewachsene Wiesen mit Viechern drauf. Abweichend vom Komoot-Track nahmen wir noch einen Umweg über die verfallenen Farmen von Appletree Worth. Das Wetter wandte sich aber nun gegen uns, es fing an, relativ stark zu regnen. Etwas an den Harz gemahnte ein Windbruch kurz vor Appletree Worth. Weiter ging es nun zur abgelegenen Farm von Stephensons Ground. Kurz vor diese Farm passierte mir ein furchbares Malheur: Ich wollte rechts vom Zufahrtsweg drei Rinder fotografieren, und als ich zurück zum Asphaltweg gehen wollte, blieb ich mit dem linken Fuß in einem Stacheldraht, der durch das hohe Gras verdeckt war, hängen, und fiel vornüber auf den Asphalt. In der Hand hielt ich immer noch die Kamera, und mit Handballen, Kamera und Griff des Trekkingstocks kam ich auf dem Boden auf. Am Handballen hatte ich eine 2-EUR-große blutige Fläche. Gott sei Dank hatte ich ein Verbandspäckchen im Rucksack, so dass die Wunde schnell versorgt war. Die Kamera hat übrigens nur eine kleine Delle; so ein Metall-Body ist doch Gold wert, wenn man ihn mal braucht!
Im Windschatten des ersten Farmgebäudes kurze Mittagspause, ich konnte mich dann auch wieder etwas beruhigen. Nach der Pause ging es in die Höhe, der Regen wurde noch intensiver, der Wind ruppiger. Am Goat Crag war der nördliche Umkehrpunkt der Wanderung. Nach Süden mussten wir durch einen Geländeeinschnitt, es war eine richtige Kärchergasse, kräftiger Regen bei starkem Gegenwind. Bei einigen versagte der Nässeschutz, Kathrin und Ronny hatten gar keine Regenhosen dabei. Am Kirn Bank Cross (Passhöhe für die Straße von Broughton Mills ins Duddon Valley) ließ der Regen endlich nach, und so wagten wir die Besteigung des Stickle Pikes. Unser erster richtiger Berg im Lake District! Über ein bei Sonne sicher schönes Plateau ging es weiter zum Great Stickle. Weiterer Abstieg über Schafweiden nach Broughton Mills. Unten im Tal kehrten wir im Blacksmiths Arms ein. Einen schöneren Pub hätten wir uns für die erste Einkehr nicht aussuchen können. In der Gaststube brannte ein offenes Feuer im Kamin, zwei Lake-District-Experten saßen bei uns am Tisch, und wir konnten uns prima unterhalten. Klaus trafen wir nun auch, denn er wollte seinen Fuß schonen und hat sich auf kurzem Wege zum Pub durchgeschlagen. Irgendwann mussten wir aber den Rückweg einschlagen, zu essen bekamen wir leider nichts im Pub. Über sehr viele nasse Wiesen ging es über unzählige Public Footpaths wieder zurück zum Kirkby Pool und von dort auf bekanntem Weg schlussendlich zur Thornthwaite Farm. Erwähnenswert ist noch der Wegabschnitt über die alte Bahnbrücke über die Strecke der Coniston Railway (alte Erzbahn). Der Public Footpath ging durch eine schmale Mauerscharte, dahinter lauerte ein 4 Meter tiefer Abgrund, der über rutschige Steinstufen im Abstieg zu bewältigen war. Ich muss schon sagen, dieses Konzept der Footpathes hat mich an diesem Tag total überzeugt! Im Harz muss man solche Wege oftmals mit der Lupe suchen, hier gibt es sie überall!


Letzte Änderung : 04-Jan-2022
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