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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Haycock und Middle Fell

Aufbruchszeit26.May 2022, 12:45
Ankunftszeit26.May 2022, 19:05
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km14
Höhendifferenz1000
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Heute wollten wir mal wieder etwas mehr in die Höhe gehen, nachdem wir gestern nicht einmal höher als der Elm waren. Ist ja eigentlich nicht HTG-würdig. In der Nacht und am frühen Morgen regnete es ausgiebig, aber die Prognose zeigte, dass das Regengebiet von West nach Ost durchzog. So entstand der Plan, heute den absoluten Westen des Lake Districts unsicher zu machen, ich hatte die Idee, ein Gebirgstal mit dahinterliegenden Hochplateaus bei Greendale in unmittelbarer Nähe des Waste Waters abzuwandern. Das Waste Water liegt im oberen Ende des Wasdale, oberhalb des Sees startet der Normalweg zum Scafall Pike, Englands höchstem Berg. Wir fanden in Greendale einen guten Parkplatz, unmittelbar an der Greendale-Schlucht. Wir machten uns startklar, und schon ging es los. Nach kurzer Querung des Talgrundes ging es sofort in ordentlicher Steigung in die Schlucht hinein. Zunächst lag die Schlucht nicht einsehbar links von uns, wir hörten es nur rauschen, aber ab einer Höhe von ca. 320 Metern erreichten wir den Bach und konnten mehrere kleine Wasserfallkaskaden bestaunen, denen wir in nun moderater Steigung bergauf folgten. Irgendwann war der Greendale Tarn erreichten. Da wir uns jetzt noch im Windschatten des Tales befanden, machten wir eine kleine Frühstückspause, weiter oben, das war schon absehbar, würde uns ein sehr sehr kräftiger Wind erreichen. Oberhalb/nördlich des Sees befand sich laut Karte eine Sumpffläche in einem Sattel. Holger, nur mit Halbschuhen an den Füßen, hatte davor großen Respekt und wollte das lieber umgehen. Dabei stellte er aber fest, dass auch der Seeausfluss von Morast umsäumt war. Also erstmal dem Pfad östlich des Sees und des Bachs weiter bergan. Leider mussten wir feststellen, dass unser Auge nicht in der Lage war, normales Grasland von Morast zu unterscheiden. Noch unterhalb des auf der Karte erkennbaren Morasts wollten wir queren, landaten aber auch schon im Morast. Einfach eine sehr nasse Ecke, da war nichts zu wollen.
Nach der Sumpfquerung erreichten wir den steilen Pfad, der zum Seatallan hinaufführte. Ca. bei 530m Höhe endete der Morast, und der Pfad wurde merklich trockener. Dafür steilte der Pfad echt krass auf, es war eher ein Stieg durch die Grasflanke, erinnerte mich stark an den Gipfelaufbau des Großen Palfelhorns. Bald war das Gipfelplateau des fast 700 Meter hohen Seatallan erreicht, oben jagte der Wind Nebelschwaden direkt über das Wiesenplateau, nett anzusehen, aber mühsam, weil wir gegen den Wind laufen mussten. Nach Westen ein schöner Blick auf Sellafield, der Rest der Berge hüllte sich (noch) in Wolken. Die Pause fiel eher kurz auf, dann folgte der Abstieg zur Scharte, die auf der OSM nur stumpf Pots of Ashness heißt. Im Abstieg sprach mich Holger an. Sein rechtes Knie muckele herum, und er müsse die Tour leider abbrechen. Ab der Scharte werde er zum Greendale Tarn zurücklaufen. Das war natürlich sehr enttäuschend, aber er wollte sich auch die Tour auf den Helvellyn, die für Freitag geplant war, nicht komplett zerstören. So trennten wir uns, teilten uns dann abermals auf, denn Ronny, Klaus, Anette und Dagmar nahmen den westlichen Weg zum Haycock (797m), während Ronald, Kathrin und ich den direkten Pfad über den Südgrat wählten. Der Pfad sah laut Karte schwieriger aus, stellte aber dann doch keine Probleme für uns dar und wäre auch für die anderen problemlos möglich gewesen. Der Zuweg zum Fuß des Haycocks war noch einmal von viel Morast geprägt. Oben auf dem Haycock wieder viel Wind, aber nun besserte sich das Wetter nahezu minütlich. Im Abstieg in das Nether Wasdale Common kamen auch die höchsten Berge des Lake Districts immer mehr aus den Wolken raus. Wir konnten die Aussicht aber nicht so recht genießen, da wir immer noch viel mit Morast zu kämpfen hatten. Auch der Pfad zurück zum Pots of Ashness war an manchen Stellen nur undeutlich zu sehen, insbesondere bei der Querung zweier Bäche musste ich mein ganzes Wegfindungsgeschick ausspielen. Dann umgingen wir den Seatallen südöstlich und gelangten in den morastigen Sattel, vor dem Holger solche Angst hatte. Na ja, war wirklich nicht unbegründet, es war echt fett nass dort. Eine optimale Strecke gab es nicht wirklich, einfach Augen zu und mit möglichst wenig Pausen auf kürzestem Wege durch, das war das einfachste. Aber wir wollten nicht zurück zum See, sondern noch einen letzten Berg, den Middle Fell, mitnehmen, da er tolle Ausblicke auf das Waste Water versprach. Am Ende des Morastgebiets noch eine ziemliche Besonderheit: Das Morastwasser hatte sich in einer Blase gesammelt, die nun wie ein Wasserbette aufragte und die Grasnabe nach oben gedrückt hatte. Ich konnte mich auf diese Blase stellen und die ganze Mimik mit den Füßen durchwalken, Ronald hat dies mit großem Vergnügen gefilmt. Der Aufstieg zum Middle Fell war dann noch einmal ein Highlight, kleine Felsgruppen zierten den Kamm und leuchteten wunderschön in der Nachmittagssonne. Oben angekommen fanden wir etwas Windschatten und konnten fast das komplette Waste Water sowie die höchsten Berge Englands bestaunen. Der Abstieg hat sich dann nochmal etwas gezogen und war sicher auch nicht gesund für die Knie, aber irgendwann war auch das vorbei.


Letzte Änderung : 04-Jan-2022
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