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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Helvellyn über Striding Edge

Aufbruchszeit27.May 2022, 09:08
Ankunftszeit27.May 2022, 15:19
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km15
Höhendifferenz850
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Der viele Regen der letzten Tage sollte heute endlich ein Ende finden, und so wagten wir uns an den Helvellyn mit seinen beiden berühmten Ostgraten Striding Edge und Swirrel Edge heran. Wohl hatten wir die Windprognose im Hinterkopf, waren aber überrascht, wir stark der Wind dann am Ende tatsächlich wurde. Startpunkt der Wanderung war in Glenridding. Hierhin gelangten wir über Torver, Coniston und Ambleside, wobei die Passstraße zwischen Ambleside und Glenridding wieder ein richtiges Abenteuer war. Wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese Straße im Winter geräumt werden soll. Na ja, es war Mai, da war das eigentlich egal. ;-)
Glenridding zeigte sich als freundlicher, übersichtlicher und gepflegter Touristenort am Südende des Ulls Water. Wir parkten in der Ortsmitte und stiegen am lustig plätschernden Mires Beck in Richtung Birkhouse Moor auf. Ab dem Birkhouse Moor (718m) gerieten wir in den extrem kräftigen Nordwestwind, von dem wir bisher aufgrund der Topografie verschont blieben. Ein letzter Schauer wollte uns zeigen, dass es heute doch nicht so regenarm sein soll, wie angesagt. Zusammen mit dem Wind packten wir all unsere Klamotten als Wind- und Nässeschutz aus. Klaus und Anette wurde das zuviel, sie bogen hinter dem Birkhouse Moor in Richtung Red Tarn ab. Wir anderen folgten dem Kammweg in Richtung Einstieg des Striding Edge. Der Schauer ließ nach, der Wind sogar auch, sodass ich mich sicher genug fühlte, den Grat komplett zu überwandern. Einfach war es allerdings nicht, denn wer sich mit Gratkletterei auskennt, weiß, dass man dabei viel mit Gleichgewichtsmomenten arbeitet. Das funktioniert nur nicht, wenn man mit starkem Seitenwind zu kämpfen hat. Letztlich ging es aber doch ganz leidlich, und ich hatte ein großartiges Graterlebnis und konnte sogar in die letzte Scharte, wo Ronald, Holger, Ronny und Dagmar warteten, eine gut griffige IIer-Stelle abklettern. Danach kam die eigentlich Gipfelflanke, die auch noch eine nette Kletterei aufwies, und wenige Minuten später standen wir auf dem sturmgepeitschten, 950 Meter hohen Helvellyn, Englands dritthöchstem Berg. Wir machten kurz Pause, aber es wurde irgendwann einfach nur lausig kalt, obwohl wir alle Klamotten anhatten, die der Rucksack hergab. Beim Weg zum Gipfel-Cairn trafen wir dann ziemlich überraschend auf Klaus und Anette. Ihnen war es am Red Tarn zu langweilig, und sie sind über den Swirrel Edge aufgestiegen. Wir konnten so ein gemeinsames Gipfelfoto machen, ehe wir uns wieder trennten. Die beiden wollten über Lower Man und Whiteside nach Glenridding absteigen, wir anderen wählten sehr mutig den Abstieg über den Swirrel Edge. Hui, das war aber ein Abstieg. Der obere Teil war noch recht angenehm, aber unten, wo der Grat sehr abwechslungsreich mit Gratköpfen gespickt war, änderten sich die Windverhältnisse alle 5 Meter komplett. Das scharfe Zischeln des kurzen Grases im scharfen Wind wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Am Ende des Grates, wo der Weg dann hinunter zum Red Tarn führt, wollten Kathrin, Ronald und ich noch kurz zum Catstycam hinauf, mit 890m immer noch ein recht hoher Gipfel. Wir trennten uns also, aber plötzlich kam von links ein derart kräftiger Seitenwind auf, dass ich mich mit den Stöcken nach rechts abstützen musste, um nicht umgeworfen zu werden. Ronald, der - ähem - weniger Standmasse als ich besitzt, war das einfach zu viel, er kehrte um und stieg zum Red Tarn ab. Ich wartete auf Kathrin, die sich gegen den Seitenwind durchsetzte, und stieg dann mit ihr gemeinsam zum Catstycam auf. Oben ein sehr schöner Blick auf das Ulls Water, dann trennten wir uns auch, denn Kathrin wollte die Überschreitung vervollständigen, während ich zu den anderen zum Red Tarn hinunterwollte.
Die Wandergruppe zerfaserte jetzt ein wenig, Ronny, Ronald und Holger hatten keine Lust, am Red Tarn auf uns zu warten, und wanderten weiter. Ich stieg zum Red Tarn ab und sammelte Kathrin am Ende der Überschreitung wieder ein. Weiter unten sammelten wir dann Ronny ein, der von einem Cache zurückkehrte und dabei den Kontakt zu Holger und Ronald verlor. Wir drei trafen dann weiter unten mit Klaus und Anette zusammen, in der Sonne machten wir eine Pause im Gras und erholten uns etwas. Der Wind wehte irgendwie immer kräftiger, so dass wir recht froh waren, so zeitig zum Helvellyn aufgebrochen zu sein. Irgendwann war die Pause vorbei, und wir wanderten auf einem schönen Hangweg mit Blick auf Ulls Water und Glenridding zurück zum Parkplatz. War eine wirklich schöne Tour, aber (wetter)technisch schon ein ziemlich interessantes Niveau. Nachdem wir wieder an den Autos waren, fuhren wir zum Essen zum White Lion, einem absolut kultigen Pub mit vielen lustigen Schildern und Infos zum Coast-to-Coast-Trail und vieles andere mehr. Die Fish und Chips waren nicht billig, stellten aber von allen bisher besuchten Pubs die größte Portion dar. Dieser Laden ist einen Besuch wirklich wert! Tja, und das war dann schon die letzte Bergtour im Lake District.


Letzte Änderung : 04-Jan-2022
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