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Zwölf Bergtouren im Berchtesgadener Land

...oder: Das Dutzend voll gemacht !


Im Sommer 2001 war ich im Rahmen einer Studienarbeit bei der Wacker Chemie GmbH in Burghausen für die Dauer von drei Monaten. Burghausen liegt an der deutsch-österreichischen Grenze, ca. fünfzig Kilometer nördlich von Salzburg.
Im Gegensatz zum Vorjahr (siehe Vorjahresbericht) war dieser Sommer gesegnet mit vielen sonnigen Tagen. Wenn man schon einmal in der Gegend ist (mit dem Auto braucht man gut eine Stunde bis nach Berchtesgaden), habe ich mir gedacht, kann ich auch viele Touren unternehmen. Es folgten über mehrere Wochenenden verteilt insgesamt zwölf mehr oder minder umfangreiche Bergwanderungen und Klettertouren. Natürlich war die Fotokamera immer zur Stelle, und so kann ich die Touren mit über fünfzig Fotos dokumentieren. Viel Spaß beim Lesen, Schauen und vielleicht auch Staunen!

Tour #1 : Hochstaufen und Zwiesel


Meine Rückkehr in die Alpen!


Starthöhe : 650m
Zielhöhe : 1771m
Auf und Ab : 200m
Strecke : Padinger-Alm - Steinerne Jäger - Staufenhaus - Hochstaufen - Mittelstaufen - Zwiesel - Zwiesel-Alm - Listsee - Padinger-Alm
Karte : Hier klicken (59 kB)
Wurzeldickicht Blick auf Salzburg Auf dem Mittelstaufen Ich war da!
Vom Parkplatz der Padinger-Alm ging es sofort sehr steil den Fahrweg hinauf. Nach einiger Zeit geht der Weg in einen schmalen Wanderweg über. Der Weg wurde seit meiner letzten Tour umverlegt. Der Weg zu den Steinernen Jägern führt nun größtenteils durch Wald.
Der Weg zwischen den Steineren Jägern und Staufenhaus ist wie gewohnt sehr sehenswert. Langsam beginnt sich, der Nebel zu verziehen. Nach einer halben Stunde Aufenthalt kommt schließlich die Sonne ganz heraus und wärmt mich mit ihren Strahlen.
Mein eigentlicher Plan, ganz normal über den anderen Weg (Bartlmahd) zur Padinger-Alm abzusteigen, bleibt unausgeführt, weil ich der Versuchung, den Gratweg zum Zwiesel zu gehen, nicht widerstehen kann. Bis zum Zwiesel habe ich einige Zeit gebraucht, weil der Gratweg recht anspruchsvoll war und einigen Höhenverlust mit sich brachte. Das wurde aber entlohnt durch die Aussicht auf die komplette Berchtesgadener Bergwelt, die sich mittlerweile aus den Wolken getraut hatte.
Beim Abstieg legte ich noch eine Rast auf der Zwiesel-Alm ein, die ich auch nötig hatte.

Tour #2 : Schärtenspitze


Ein guter alter Bekannter!


Starthöhe : 620m
Zielhöhe : 2153m
Auf und Ab : 10m
Strecke : Parkplatz Pfeiffenmacherbrücke - Wimbachbrücke - Wimbackschloß - Hochalmscharte - Eisbodenscharte - Schärtenspitze - Blaueis-Hütte - Schärten-Alm - Pfeiffenmacherbrücke
Karte : Hier klicken (89 kB)
Am Wegweiser zur Scharte Watzmann von Westen Der Eisboden, ganz kalt Gratwanderung zur Schärtenspitze Gipfelkreuz mit Hochkalter Blaueisgletscher mit Hochkalter
Die Tour habe ich einen "Alten Bekannten" genannt, weil dies traditionell eine Strecke ist, die ich als Einstieg in das Bergwandern nutze. Außerdem bietet sie diverse landschaftliche Hochgenüsse.
Zunächst ging es entlang der Ramsauer Ache zur Wimbachbrücke. So waren meine Muskeln warmgelaufen, als der steile Anstieg zum Beginn der Klamm führte. Die Klamm habe ich aus Zeitgründen weggelassen, da ich erst recht spät aufgebrochen bin. (Wegen Tour #1 am Vortag :-)
Auf dem Weg zum Wimbachschloß habe ich eine Gruppe Wanderer überholt, die ihren Großvater mit dem Rollstuhl hochgeschoben haben. Sowas sieht man auch nicht alle Tage.
Nach der Pause am Wimbachschloß ging es direkt in die Wand hinein, die sich zur Hochalm-Scharte hinaufzieht. Ich vergesse jedesmal, wie steil dieser Weg doch ist, aber oben an der Hochalm-Scharte wird man mit der Aussicht auf Wimbachtal und Watzmann belohnt.
Nach kurzer Pause und einem netten Pläuschchen mit einer jungen Frau aus Freilassing ging es zur Hochfläche "Am Hund" empor, da ich den Abstieg zur Hoch-Alm meiden wollte. Auch diesmal habe ich den Weg durch die Hochfläche, der direkt zum Eisboden führt, verfehlt, und so bin ich pfadlos zum Eisboden gelaufen.
Der Einstieg in die Eisbodenscharte durch die Schuttrinne ist sehr anstrengend. Man macht einen Schritt vor und rutscht einen halben wieder hinunter. Hat man dann erst den Klettersteig mit Drahtseilsicherung erreicht, ist das schlimmste geschafft und man steht oben auf der Scharte.
Dort oben gab es für mich dann Genußwandern auf der Gratschneide. Nach nur kurzem Aufenthalt, es war so gegen 17:oo, bin ich zur Blaueis-Hütte abgestiegen. Hier hatte ich großes Glück und bekam das letzte Stück Nußkuchen. Der Abstieg ging dann sehr schnell, nach der Schärten-Alm habe ich laut Höhenmesser je 40 Meter in zwei Minuten verloren.

Tour #3 : Seehorn


Unvollendete Hochkalter-Umkreisung!


Starthöhe : 620m
Zielhöhe : 2321m
Auf und Ab : 80m
Strecke : Parkplatz Klausbachtal - Wimachbrücke - Wimbachschloß - Wimbachgries-Hütte - Wimbachscharte - Kematenschneid - Seehorn - Diesbachsee - Kallbrunn-Alm - Hirschbichl - Parkplatz Klausbachtal
Karte : Hier klicken (266 kB)

Auf dem Gries Blick auf das Gries Zwischen Seehorn und Palfelhorn Blick auf das Steinerne Meer Am Diesbachsee
Diese Tour habe ich mit dem Fahrrad kombiniert. Mit dem Radl bin ich vom Hintersee zunächst zur Wimbachbrücke durch das Dorf Ramsau hinabgefahren. Von dort ging es durch das Wimbachtal in schnellem Schritt zur Wimbachgries-Hütte. Noch war das Wetter gut, aber für den späten Nachmittag waren Gewitter angesagt. Nach kurzer Pause ging es, zunächst das Wimbachgries überquerend, in ein enges Tal hinein mit furchtbar schlechter Wegmarkierung.
Der Weg verließ dann endlich das Tal und zog sich wieder gut markiert zur Wimbachscharte hinauf. Hier bietet sich ein großartiger Einblick auf das Wimbachgries.
Von der Wimbachscharte geht es zunächst eher eben, dann steil ansteigend zur Kematenscheid hinauf. Dies ist der Verbindungsgrat zwischen Seehorn und den Palfelhörnern. Die Gegend ist geprägt von bizarren Felsformationen, die von verwittertem Ramsaudolimit herrühren.
Vom Seehorn hat man einen sehr guten Blick auf das Steinerne Meer und das Saalachtal. Nun beginnen sich verdächtig viele Wolken zu bilden, und ein schneller Abstieg kündigt sich an, der nur von einer Pause am wunderschönen Diesbachsee unterbrochen wird.
Fast schon hektisch schnell geht es nun hinunter ins Weißbachtal zur Hirschbichlstraße. Mit ihren dreißig Prozent Steigung bereitet sie mir große Mühe, und hinter mir höre ich es bereits grummeln. Zusammen mit den ersten Regentropfen als Vorboten des nahenden Gewitters erreiche ich den Paß Hirschbichl. Statt den Rest zu laufen, nehme ich lieber den Linienbus, der mich trocken durch das Gewitter zurück zum Parkplatz bringt. So kommt es, daß der Hochkalter von mir nicht komplett umrundet wurde.

Tour #4 : Ristfeuchthorn


Schuhe naß, Sicht = 0!


Starthöhe : 530m
Zielhöhe : 1564m
Auf und Ab : 0m
Strecke : Schneizlreuth - Ristfeuchthorn - Sellarn-Alm - Melleck - Schneizlreuth
Karte : Hier klicken (52 kB)

Zu dieser Tour ist nicht viel zu sagen. Ich habe sie eigentlich nur als Testwanderung gemacht, um nach einer kurzen Erkältung wieder fit zu werden. Die Gräser am Wegesrand waren vom letzten Regen noch naß und meine Wanderstiefel waren dadurch sehr schnell durchnäßt. Sicht auf dem Gipfel hatte ich keine, aber dann einen sehr schönen Aufenthalt auf der Sellarn-Alm. (Tip!) Ach ja, tolle Bilder von der Tour gibt es nicht.

Tour #5 : Hochkalter


Erstbegehung des Kalter-Grates


Starthöhe : 780m
Zielhöhe : 2607m
Auf und Ab : 30m
Strecke : Hintersee-Seeklause - Schärten-Alm - Blaueis-Hütte - Rotpalfen - Kleiner Kalter - Hochkalter - Ofental - Hintersee
Karte : Hier klicken (86 kB)
Auf dem Gries Auf dem Gries Auf dem Gries Auf dem Gries Auf dem Gries Auf dem Gries Vom Hochkalter zum Watzmann Auf dem Gries
Diese Tour zähle ich zu den wohl schönsten in den Berchtesgadener Alpen. Gleichwohl verlangt sie vom Bergwanderer ein hohes Maß an Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Wegerfahrung. Der Gebietsführer aus dem Rother-Verlag weist für den Gratwanderweg mehrere Stellen vom Schwierigkeitsgrad II auf.
Meinen Weg begann ich zunächst am Parkplatz an der Seeklause, das ist der Ort, an dem die Ramsauer Ache aus dem Hintersee hinausfließt. Bis zur Schärten-Alm steigt der Weg sehr steil an. Hier habe ich dann auch ein Radler getrunken, um Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Der Weg zur Blaueis-Hütte war dann ein wenig leichter, bis zu der Stelle, wo er in den Steig übergeht. Wer den Weg kennt, weiß den Weg durch die Lärchen zu schätzen. Da ich früh losgegangen bin, hatte ich bis zur Hütte immer Schatten.
Nach der Pause auf der Blaueis-Hütte (Tip : Nußkuchen !) war dies aber vorbei, und auf dem Weg durch das Geröll zur Wand unterhalb des Schönen Flecks ging es durch hellen Sonnenschein. Die Wand hinauf ist eine sehr nette Klettereinlage, wenn man sowas denn mag. Eine Drahtseilsicherung existiert hier nicht und ist eigentlich auch nicht nötig. Auch an allen weiteren ausgesetzten Stellen des Gratwanderweges gibt es keine Drahtseile.
Nach der Kletterei kam ich auf dem Grat an. Ihm bin ich in den nächsten zwei Stunden zum Gipfel des Hochkalters gefolgt. Zunächst geht es in genußvoller Gratwanderung zum Wasserpalfenkopf hinauf. Kurz zuvor muß eine weitere Wand überwunden werden. Ich konnte hier erstmal rasten, weil zwei Wanderer vor mir in der Wand waren und nicht weiterkamen. Hier muß man genau wissen, wo der Fuß hinkommt, sonst gibt es hier kein Weiterkommen. Vor Jahren bin ich hier mit meinem Vater gescheitert. Der weitere Weg ist, abgesehen von einigen sehr kurzen Stellen, sehr angenehm gewesen. Auf dem Gipfel war es trotz Sonnenschein sehr kalt, es lagen auch noch Neuschnee-Reste herum (und das im Juli).
Diese Neuschnee-Reste haben den Abstieg in das Ofental sehr schwierig gemacht. Die Rinne, die man hinabsteigen muß, ist schon rutschig genug. Das Ofental zieht sich im Abstieg auch sehr lang hin, und erst nach 45 Minuten Rutscherei auf Geröll hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen.
Insgesamt war dies eine schöne Tour. In Tour #12 habe ich den Grat ein zweites Mal aufgesucht, um die interessantesten Kletterstellen auch im Abstieg zu meistern.

Tour #6 : Untersberggebirge


Plateauüberschreitung mit Biwak auf dem Gipfel


Starthöhe : 450m
Zielhöhe : 1971m
Auf und Ab : 140m
Strecke : Parkplatz-Eishöhle - Toni-Lenz-Haus - Mittagsscharte - Großer Heubergkopf - Salzburger Hochthron - Geiereck - Salzburger Hochthron - Großer Heubergkopf - Mittagsscharte - Berchtesgadener Hochthron - (Gipfelbiwak) - Stöhr-Haus - Leiterl - Scheibenkaser - Hochkampschneid - Parkplatz-Hinterettenberg - Marktschellenberg - Parkplatz-Eishöhle
Karte : Hier klicken (101 kB)

Das Toni-Lenz-Haus vor der Eishöhle Watzmann mit Kreuz Felsensteig zur Mittagsscharte Der Untersberg Sonnenuntergang Sonnenaufgang Da hab ich geschlafen
Kein Berg im Berchtesgadener Land ist im Volksmund durch Wundererzählungen so stark vertreten wie der Untersberg. Gekrönt von zwei markanten Gipfeln, dem Salzburger und Berchtesgadener Hochthron, bewacht er trotzig zwischen Bad Reichenhall und Salzburg den Nordalpenrand. Bereits von Burghausen ist der Untersberg als langgestrecktes Gebirge markant zu erkennen, mit dem dahinterliegenden Hohen Göll, der durch die Mittagsscharte lugt.
Diese Tour war von mir eher gemütlich geplant. Ich wollte mir bewüßt Zeit lassen, um auf den jeweiligen Berghütten in Ruhe inzukehren. Sehr früh war ich schon am Toni-Lenz-Haus, um die Ausblicke ins Salzachtal zu genießen. Nach einer kleinen Mahlzeit ging es vorbei an der Schellenberger Eishöhle zum sogenannten Felsensteig. Der Weg wurde hier stollenartig in den Berg gesprengt. Man kann es schwer beschreiben, das muß man einfach gesehen haben.
Nach dem Steig kam ich auf der Mittagsscharte an. Hier geht es durch Latschen zum Salzburger Hochthron. Im Abstieg zum Geiereck kommt man zur Bergstation der Untersberg-Seilbahn und auch zur Hoch-Alm, einer gemütlichen Berggaststätte.
Hier habe ich ebenfalls verweilt, um zu sehen, wie Amerikaner (oder waren es Briten?) sehr mißtrauisch Kaiserschmarrn bestellten. :-) Nachdem ich genug gerastet hatte, bin ich wieder zur Mittagsscharte abgestiegen, wozu ich den Salzburger Hochthron ein zweites Mal hochsteigen mußte.
Ab der Mittagsscharte ging es durch die latschenbewachsene und wellige Hochebene zum Berchtesgadener Hochthron. Und hier habe ich knapp unterhalb des Gipfelkreuzes mein Biwak aufgeschlagen. Die Nacht war ziemlich luftig, aber irgendwie hab ich doch etwas Schlaf bekommen.
Morgens wurde ich von drei Bergwanderern geweckt, die vom Stöhr-Haus kamen, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Dort habe ich mich einfach dazugesellt. Später kamen zwei Pärchen zum Gipfel, die ebenfalls wie ich auf dem Untersberg biwakiert hatten. Wie ich später gehört habe, soll diese Nacht eine der wämsten Sommernächte gewesen sein. Der Abstieg ist nicht weiter spektakulär. Am Scheibenkaser habe ich zwei Wanderer getroffen, die mir als Abstieg den Gratwanderweg des Hochkampschneids empfohlen haben. Dies war auch eine gute Empfehlung, der Weg war sehr lohnend, im Abstieg allemal.
Gefreut habe ich mich natürlich sehr am Parkplatz nahe Ettenberg, wo mein Fahrrad auf mich wartete, welches ich am Vortage dort deponiert hatte. So konnte ich dann sehr schnell nach Markt-Schellenberg zurückgelangen. Hier habe ich noch meine Füsse in der Berchtesgadener Ache gekühlt.

Tour #7 : Kehlstein


Versuch Eins


Starthöhe : 1000m
Zielhöhe : 1400m
Auf und Ab : 0m
Strecke : Scharitzkehl - Ligeret-Alm - Kehlsteinstraße - Ligeret-Alm - Scharitzkehl
Karte : Hier klicken (87 kB)
Bilder gibt es von dieser enttäuschenden Wanderung nicht. Das Wetter war sehr gut, ich konnte allerdings nicht ahnen, daß die Kehlsteinstraße für Fußgänger gesperrt ist. Zunächst war ich am Überlegen, doch die Straße hoch zu gehen, doch als ich sah, wie eng die Busse dort fahren, und vor allem wie schnell, hat mich die Gefahr, von einem Bus in einem der Tunnel getroffen zu werden, abgeschreckt, und ich bin wieder umgekehrt.

Tour #8 : Hoher Göll


Kehlstein - Versuch Zwei


Starthöhe : 1000m
Zielhöhe : 2521m
Auf und Ab : 180m
Strecke : Scharitzkehl - Salzwand - Ofnerboden - Kehlstein - Mannl-Grat - Hoher Göll - Brett - Mitterkaser-Alm - Hinterbrand - Scharitzkehl
Karte : Hier klicken (90 kB)

Kehlstein im Nebel
Dies war der zweite Versuch, den Kehlstein zu erwandern. Beim letzten Mal hatte ich die schlimme Erfahrung gemacht, daß es zwischen Kehlstein und Obersalzberg nur Straßen gibt, die für Fußgänger gesperrt sind. Alle anderen Wege müssen entweder Wildwechsel oder Sackgassen sein.
Diesmal bin ich es anders angegangen. Geparkt kurz vor Scharitzkehl, bin ich zur Salzwand aufgestiegen und auf der Hochgebirgsstraße über den Ofnerboden in zahllosen Serpentinen zum großen Parkplatz unterhalb des Kehlsteins gelangt. Hier ist auch der Eingang zum Stollen, der wiederum zu dem Lift führt, der ins Kehlsteinhaus führt. Ich hatte mir aber vorgenommen, nicht solchen Spuren des Massentourismus zu folgen und bin über einen (immer noch !) asphaltierten Fußweg zum Kehlsteinhaus gewandert.
Nach einer längeren Pause, die ich nutzen wollte, auf besseres Wetter zu warten, bin ich aufgebrochen zum Mannl-Steig. Irgendwann kam die Stelle, wo sich die Turnschuh- und Sandalen-Touristen nicht mehr weitergetraut haben, und man konnte den Weg wieder genießen. :-)
Vom Nebel war der Weg ziemlich rutschig, und ich mußte ungewöhnlich vorsichtig sein. Der Mannl-Steig ist ein landschaftlich schöner Weg. Allerdings war nicht sehr viel zu sehen bei Nebel. Hin und wieder eine Wolkenlücke in Richtung Scharitzkehl, das war alles. Erwähnenswert ist eine Stelle im Steig, an der eine Verankerung der Drahtsicherung aus dem Fels gerissen war. Hier habe ich fünf Minuten gebraucht, die Stelle zu umgehen. Diese Augenblicke zähle ich zu den mulmigsten in diesem Sommer. Leider kann ich auch nicht viel zum Göllgipfel sagen. Ich habe irgendwann eine Stelle mit Gipfelkreuz erreicht. :-) Hier gab es leichten Schneegriesel, und ich habe mich sofort an den Abstieg gemacht. Dieser war sehr langwierig und wechselhaft mit An- und Abstiegen. Mir hat er wenig Spaß gemacht, da es wegen des kalten Nordwinds und fehlender Sonne empfindlich kalt war. Ungefähr ab dem Jägerkreuz wurde es wärmer. Nach einem schier endlosen Abstieg kam ich an der Mitterkaser-Alm an, wo ich erstmal Erfrischung durch ein bayerisches Bier in Anspruch genommen habe.

Tour #9 : Hoher Zinken


Grashügel in der Steiermark


Starthöhe : 1600m
Zielhöhe : 2222m
Auf und Ab : 20m
Strecke : Lachtal - Berghütte am Zinken - Hoher Zinken - Lachtal
Holzkapelle
Mit Lili, Basti und Daniel war ich in diesem Sommer in der Steiermark. Im Lachtal haben wir eine Wanderung auf den großen Zinken unternommen. Der schroffe Charakter der Berchtesgadener Alpen ist hier nicht vorhanden, alles ist irgendwie rund, grün und mit Gras bewachsen. :-)
Einer dieser Rasenberge war der große Zinken. Viel Spaß haben wir während der Einkehr in der Berghütte gehabt. Der Wirt war ein ziemlich schräger Vogel und hat unser Essen mit sehr seltsamen Bemerkungen über BSE, Schweinepest und Salmonellen serviert.
Basti hat sich beim Abstieg auf einer sehr unebenen Wiese den Fuß verknackst und konnte leider nicht an der nächsten Tour teilnehmen.

Tour #10 : Großer Bösenstein


Grashügel in der Steiermark


Starthöhe : 1700m
Zielhöhe : 2430m
Auf und Ab : 0m
Strecke : Edelraute-Hütte - Großer Bösenstein - Edelraute-Hütte
Scheibl-See mit Kl.Bösenstein Gletscherseen noch einer! :-)
Ebenfalls eine Tour in der Steiermark. Ohne Kenntnis der Region haben wir uns eine Tour auf den Großen Bösenstein ausgesucht. Das Gestein dieser Gebirgsgruppe ist Granit, der mir aus dem Harz wohlbekannt ist. Seine Trittfestigkeit in den Alpen zu genießen, war eine neue Erfahrung. :-)
Gerne hätte ich eine ganze Umrahmung des Hochtals gemacht, in dem die drei kleinen Seen liegen. Lili hat hier eine Schafherde aufgescheucht. Auf jeden Fall hab ich mir vorgenommen, dorthin noch einmal zurückzukehren.

Tour #11 : Watzmann-Überquerung


Auf dem Berchtesgadener Ararat


Starthöhe : 620m
Zielhöhe : 2714m
Auf und Ab : 150m
Strecke : Wimbachbrücke - Stuben-Alm - Mitterkaser - Falz-Alm - Watzmannhaus - Hocheck - Mittelspitze - Südspitze - Wimbachgries-Hütte - Wimbachschloß - Wimbachbrücke
Karte : Hier klicken (137 kB)

Falz-Alm mit Kl. Watzmann Das Watzmannhaus mit Untersburg Menschenmassen auf dem Hocheck Blick gen Süden Die Mittelspitze Aufstieg zur Mittelspitze Die Südspitze Dohle vor dem Hochkönig Da geht jemand! Auf der Gratschneide Aufstieg zur Südspitze Ich war da! Abstieg von der Südspitze Da geht's runter!
Die meisten, die etwas mit Berchtesgaden assoziieren sollen, werden an Watzmann und Königssee denken. Der Watzmann ist der dominierende Berg und entsprechend lohnend ist ein Besuch auf seinen Gipfeln. Der scharfe Grat ist eine der interessantesten Kletterstrecken der Berchtesgadener Alpen und von landschaftlichem Zauber kaum zu übertreffen.
Nach den vorangegangenen Touren fühlte ich mich fit genug, eine Watzmann- überquerung an einem Tag zu unternehmen. Ein schöneres Wetter konnte ich mir wirklich nicht aussuchen. Während unten im Tal die Menschen bei über dreißig Grad schwitzten, konnte man es auf dem Watzmanngrat in kurzer Hose und T-Shirt aushalten ohne zu frieren. Entsprechend schön sind die Landschaftsaufnahmen geworden. Diese Tour wird mir für immer im Gedächtnis bleiben.
Der Anstieg zum Watzmannhaus war mir von einer vor Jahren unternommenen Bergtour noch in Erinnerung. Auch damals habe ich zwei Stunden für den Aufstieg gebraucht. Nach kurzer Pause am Watzmannhaus begann der Aufstieg auf den Grat. Bis zum Hocheck war der Weg sehr einfach zu begehen. Hier war zum ersten Mal abzusehen, wieviel Gleichgesinnte mit mir auf dem Grat unterwegs waren. Vom dichtbevölkerten Hocheck waren ebenfalls Menschentrauben auf der Mittelspitze zu sehen. Wie Ameisen liefen Wanderer auf dem Grat in Richtung Süden. Die anschließende Gratwanderung vom Hocheck über Mittel- zur Südspitze war fantastisch. Gleich der Einstieg in die Gratstrecke nach der Holzhütte des Hochecks war mit Klettern verbunden.
Was von weitem, z.B. aus dem Ramsauer Tal, beinahe eben aussieht, entpuppt sich dort oben als wildzerklüftete Aneinanderreihung von Spitzen, Klüften, gekippten Plattenlagen und hängebrückengleichen Felsstegen. Wer nicht schwindelfrei ist, hat hier absolut nichts verloren.
Kurz unterhalb der Südspitze ging es auf einer, na ja, Alternativroute westlich um den Gipfel herum. Hier ging der Weg wie in einem Film auf einem ganz schmalen Absatz durch die Wand. Nach ein bißchen Überwindung war diese Stelle aber auch passiert und ich stand auf dem dritten Watzmanngipfel. Der Abstieg war eine sehr langwierige Angelegenheit. Hier wurde eigentlich alles geboten, was die Alpen so bereithalten: Felsenkletterei, Geröllrutschen, Schuttrinnen, Schrofen, Latschengassen und ausgewaschene Rinnen aus feingemahlenem Ramsaudolomit mit einer Kette in der Mitte zum Festhalten. Bis zur Wimbachgrieshütte war es also ein weiter Weg, und hier habe ich viele Wanderer getroffen, die meinten, daß sie diese Tour nie wiederholen werden. :-) Also ich fand's toll !!
Der Rückweg durch das Wimbachtal ist nicht weiter interessant, im Wimbachschloß bekam ich gerade noch so ein Bier. Der Wirt wollte gerade zu machen, um seine Kühe auf der Alm zu melken. :-)

Tour #12 : Hochkalter-Grat


Krönender Abschluß


Starthöhe : 780m
Zielhöhe : 2369m
Auf und Ab : 0m
Strecke : Hintersee-Seeklause - Schärten-Alm - Blaueis-Hütte - Schöner Fleck - Rotpalfen - Schöner Fleck - Blaueis-Hütte - Schärten-Alm - Hintersee-Seeklause
Karte : Hier klicken (69 kB)

Hier geht's zum Grat Gegenlicht auf der Reiter-Alm
Dies war meine letzte Tour in den Alpen im Sommer 2001. Am Vortage habe ich die Watzmannüberquerung gemacht und war davon noch etwas erschlagen, von daher hab ich davon abgesehen, noch ganz zum Hochkalter zu gehen. Es war schon sehr spät (15:oo), als ich auf dem Rotpalfen ankam, und mein rechter Fuß war mit Blasen übersät. Stattdessen habe ich die beiden Wände der Gratwanderung im Abstieg gemeistert und habe mich danach vor die Blaueishütte gesetzt und einfach nur das Panorama genossen.
Nach dieser Wanderung war mein Pensum für dieses Jahr übererfüllt. Meine Füsse habe ich nach Ende der Wanderung sofort in das kühle Wasser des Hintersees getunkt. Irgendwo sind Fische aus dem Wasser gesprungen, und das Zischen war vermutlich bis nach Salzburg zu hören. :-) Ups, jetzt fang ich aber an zu übertreiben!
Epilog:

Ihr Berge, habt nun Ruh, deckt Euch mit Schnee schön zu,
schaut hinab auf die Leute, dort Leid und hier Freude,
seid erhaben und geduldig, macht Euch keiner Untat schuldig.

Jens Köhler, im September 2001.

Letzte Änderung : 31-Dez-2020
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